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Triebjagd von Roman Libbertz - Siebenundzwanzigstens

Das Vorwort von Nilz Bokelberg
Roman Libbertz. Literat? Barbesitzer? Nachtlebenlegende? Oder gar Impresario? Das ist doch letztenendes alles egal. Wichtig ist, dass der Priveé-Macher durch die Stadt zieht. Und beobachtet. Genau beobachtet. Er betrachtet das Nightlife nicht von außen, er ist ein Teil des Ganzen. Wie ein Puzzleteil, das einem sagt, welche Teile noch fehlen. Ein innerer Blick in eine oberflächliche Welt. München auf der Couch, wöchentlich an dieser Stelle.
Letzte Woche schrieb mir jemand ich wäre Anti!
Nach der letzten europäisch-musikalischen Woche, dem Wettereinkrachen und dem bevorstehenden Weihnachtstrubel war die Stadt am letzten Wochenende tot, nein nicht ganz, aber fast. Passiert ist jedenfalls rein überhaupt wenig, weswegen ich mir unsicher bin heute auch nur eine Zeile zu verschwenden.
Oder soll ich etwa über die "You Porn"- Feier, in Schirmherrschaft eines meiner ehemaligen Barkeepers Noma, am Samstag berichten?
Pornos auf Großbildleinwänden und Live Sex war angekündigt. Nichts da! Beide Grossparteien wetterten im Vorfeld hauptsächlich, weil die Schrannenhalle bei dessen Errichtung eine beträchtliche Kulturförderung erhalten hatte. Aufregung umsonst!
An anderer Stelle befand man solch ein Partymotto für niveaulos und TZ, wie AZ brachten den zum himmel-schreienden Skandal auch noch auf ihren Titelseiten. Wegen nichts!
Nur Herr Lochbihler konnte sich, einer grauenhaft übervollenvollen Hütte freuen, dabei ist der Austragungsort für mich baldigst nach der Eröffnung gänzlich inexistent geworden. Warum? Hier reihen sich Crepes-stände, Schnappsbars und Currywurstbuden, an welchen Frisösen breit grinsend Landeiern in Cowboystiefeln mit Vokuhilas zuprosten. After-Work-Partys und Bierfeste - soviel kann ich gar nicht essen, um mich über die Schranne auszukot.... Zudem besitzt das ultrahippe Untergeschoß ein Flair, vergleichbar mit unzähligen Tiefgaragen, welches bereits für die damals angesagte „Geheime Gesellschaft“ ein kleiner Dolchpiekser darstellte.
Egal, mir zumindest verbleibt ein latexähnlicher Nachgeschmack dieser komischen „You“-Porn-Blase im Hals und über die musikalische Untermalung des Abends soll ich doch auch besser nichts schreiben.
Wer wirklich Porno sehen will geht besser weiterhin in Bordelle, Table Dancer oder gleich in den "KitKatClub". Hier findet einmal im Monat eine Feier statt, in der hunderte Wasserflaschen verteilt werden, um sich zu späterer Stunde gegenseitig anzup....., ich glaube ihr kennt den Fetisch.
Oder soll ich etwa über die zum wiederholten Male unspektakuläre „Cayman“- Party im Untergeschoß der Maximilianstrasse schreiben?
Das Publikum der „Nullachtneun“-Bar pilgert an diesem Abend in den Untergrund der Prachtmeile. Hier stürzen dann Versicherungsvertreter(innen) und Kleinangestellte Vodka zu verminderten Getränkepreisen, während der Chartsound regiert. Mir ist es weiterhin unerklärlich, wie es gelingt diese Media-Control-ähnliche Nummernauswahl, in einer Zeit, in der es keine aussagekräftigen Charts mehr gibt, aufzutreiben. Egal, er hat ein knallrotes Gummiboot zieht immer oder Volksfeste, womit ebenfalls ausreichend auf den Service eingegangen ist, jede Woche im „Nullachtneun“.
Oder soll ich etwa schreiben, dass sich das „Baby“ nach einer Durststrecke, in der kleine Grünwaldkinder mit jungen Fussballspielern um die Wette bestellten, nun durch die deutschlandweite „Pete“-Presse
hoffentlich nicht erneut zu ihrer alten, von Zeit zu Zeit unfreundlichen Türpolitik zurückkehrt. Meinen Hut ziehe ich davor, trotz Schwankungen von Besucherzahlen und der sonntäg-, montäg-, dienstäglichen Schließung nicht vom musikalischen Konzept abgewichen zu sein.
Oder soll ich etwa schreiben, dass Tom Schottenloher im „P1“ wirklich täglich vierundzwanzig Stunden arbeiten muss, um uns mit sovielen „Facebook“-Einladungen zu „erfreuen“.
Oder soll ich schreiben, dass das "Pacha" immer mehr mehr After Work und Firmenveranstaltungen annimmt.
Das Privee ist übrigens auch Scheisse!
Ach was.
Ich schreib das Alles wohl besser nicht, sonst bin ich gleich wieder Anti.
Bereits geschrieben:
Triebjagd von Roman Libbertz - Einundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Zweiundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Dreiundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Vierundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Fünfundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Sechsundzwanzigstens
www.romanlibbertz.de
Kommentare zur News
von
hat da jemand etwa schon winterdepressionen? ;)
aber wenn dich alles wirklich derart langweilt, solltest du vielleicht deinen job bzw. die branche wechseln.
=> neustart! dann spürste auch wieder, dass du lebst
aber wenn dich alles wirklich derart langweilt, solltest du vielleicht deinen job bzw. die branche wechseln.
=> neustart! dann spürste auch wieder, dass du lebst
von
wenn ich in die Allianz Arena gehe, was alle paar Monate lang der Fall ist, finde ich die Stimmung sensationell (auch gegen den 17. der englischen Premier League).
Auf der FC Bayern Hauptversammlung beschweren sich die Ultras der Schickeria über die laue Stimmung in der Arena, weil man dem Sektglas in der Hand, keine La Ola Welle ginge.
Und was sagt Uli Honess dazu: Alles populistische Scheisse, an der Stimmung seid ihr Besucher Schuld.
Pfiffe, Beifall & Buhrufe versuchen sich zu übertönen...
Das Problem des Überdrusses an Münchner Mittelmäßigkeit ist omnipräsent.
Auf der FC Bayern Hauptversammlung beschweren sich die Ultras der Schickeria über die laue Stimmung in der Arena, weil man dem Sektglas in der Hand, keine La Ola Welle ginge.
Und was sagt Uli Honess dazu: Alles populistische Scheisse, an der Stimmung seid ihr Besucher Schuld.
Pfiffe, Beifall & Buhrufe versuchen sich zu übertönen...
Das Problem des Überdrusses an Münchner Mittelmäßigkeit ist omnipräsent.
von
@rl: hört sich an wie ne midlife crisis! aber gegen die münchner mittelmäßigkeit ist kein kraut gewachsen, die leute sind satt...
@atom: ich glaube ich kannte deinen vater, mit dem hab ich vor der wende am plattensee die besten feten gefeiert, wessis mit boom box waren damals die timberlakes (also ich) ;)
@atom: ich glaube ich kannte deinen vater, mit dem hab ich vor der wende am plattensee die besten feten gefeiert, wessis mit boom box waren damals die timberlakes (also ich) ;)
von
Übrigens Herr. L, das münchner Nachtleben hat auch schöne Seiten,
aber dafür kennen sie wahrscheinlich die falschen Leute...;)
aber dafür kennen sie wahrscheinlich die falschen Leute...;)
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Mia san rot-weiss!