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Triebjagd von Roman Libbertz - Dreißigstens

Das Vorwort von Nilz Bokelberg
Roman Libbertz. Literat? Barbesitzer? Nachtlebenlegende? Oder gar Impresario? Das ist doch letztenendes alles egal. Wichtig ist, dass der Priveé-Macher durch die Stadt zieht. Und beobachtet. Genau beobachtet. Er betrachtet das Nightlife nicht von außen, er ist ein Teil des Ganzen. Wie ein Puzzleteil, das einem sagt, welche Teile noch fehlen. Ein innerer Blick in eine oberflächliche Welt. München auf der Couch, wöchentlich an dieser Stelle.
Heute oh lord
Ich konnte es fühlen, als wir in die Endstation einfuhren. Würzburg.
Es war einer dieser Momente die man irgendwie riecht, schmeckt, na ja, jedenfalls sinnlich aufnimmt. Kannst Du das fühlen?
Der „Destino Dinner Club“ war „ausgetischt“, Wir nahmen mit dem Tresen vorlieb. Langsam Rotwein, dann pfeilschnell die graue Gans. „Mensch du musst was essen“, sagt K und irgendwie der Blick von N. auch.
Ich will aber nicht“, antwortet das kleine Kind in mir und auch ich.
Es gibt Abende da will man betrunken sein wie ein Drache schrieb ich einst und es trifft zu. Kannst Du das fühlen?
Sie lassen mich nicht, ich werde zum Essen verdonnert, aber der Alkohol war schneller. Fahrig nehme ich, ohne großes Interesse, die mit mir sprechenden Personen wahr und antworte „floskelich bis schnodderich“, wenn überhaupt. Irgendwie im Weggehen im Alleinsein ertrinken. Warum eigentlich? Das kann ich nicht mehr beantworten, denn der Alkohol hat jetzt meinen Keller gereinigt. Kannst Du das fühlen?
Im Klo betrachte ich mein bekanntes Gesicht und verschwende sogar ein paar Zeilen mit mir selbst: „Na wenn schon, du Depp!“. Zurück am Tisch probiere ich mittlerweile vieräugig Rollenspiele aus, da ich nicht mehr genau weiß wer ich eigentlich bin. Kannst Du das fühlen?
Zu Fuß erreichen wir das „Studio“, der Club in Würzburg. Nilz, das Geburtstagskind Peter und Daniel legen mit Catchermasken und Capes bekleidet auf. Ich Kind will spielen, aber alle übrigen legen gerade auf oder sind aufgrund meines Alkoholgehalts nicht mehr greifbar.
Dann muss ich wohl kreiren denkt es oder ich. Diesen Gedanken nachsinnend finde ich mich an der Bar wieder. In meiner Hand eine graue Gans mit Red Bull. Wie kommt Red Bull in meine Hand? Oh nein, das verlängert meinen Abend ja noch mehr, beziehungsweise meine Umwelt muss länger unter meinem stark angetrunkenen Zustand leiden. „Egal“, sagt mein teuflischer Hirnlappen, als „Only three words“ durch den Laden schallt. Wenn ich die doch noch hätte. Hätte, hätte, Damentoilette, aber dorthin zog es mich Gott sei Dank nicht. Nein, besser, ich fand ein ganz tolles, wunderbares Spiel. Über die nächsten drei Stunden packte ich wahllos Menschen an der Hüfte und trug sie zum DJ-Pult. Was ein Spaß!
Einschlafzeit? Keine Ahnung.
Kannst Du das fühlen?
Am nächsten Tag war ich bereits in aller Herrgottsfrüh beim Arzt. Ich bekam drei Spritzen in meine Bandscheibe.
Bereits geschrieben:
Triebjagd von Roman Libbertz - Einundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Zweiundzwanzigstens
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Triebjagd von Roman Libbertz - Vierundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Fünfundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Sechsundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Siebenundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Achtundzwanzigstens
Triebjagd von Roman Libbertz - Neunundzwanzigstens
www.romanlibbertz.de


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