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Rubrik:Musik, Spezial
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Autor:AlAnn
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Letzte Aktualisierung:

DJ Culture: Von Hip Hop zu Electro

Die Zeiten ändern sich und mit ihr entwickelt sich die Clubmusik – ständig werden neue Trends gesetzt. Während manche Musiker und DJs noch auf „ihrem“ Trend hängen bleiben und behaupten, er würde nie aussterben, schauen andere weiter in die Zukunft - haben den Zeitgeist erkannt, gehen ein Stück weiter, entwickeln sich, jedoch ohne ihre Wurzeln zu verleugnen oder gar zu vergessen.
Der DJ als Protagonist in Clubs

In den letzten 25 Jahren der modernen Musikgeschichte ist der DJ ein immer wichtigerer Protagonist geworden – bis hin zum Popstar. Ob Disco, House, Hip Hop, Reggae, Drum’n’Bass, elektronische Tanzmusik und all ihre undefinierbaren Spielarten, alle basieren auf Entwicklungen, die in den Clubs der Metropolen wie Chicago, Detroit, New York, Tokyo, London, Manchester, Barcelona, Paris, Tokyo, Berlin, München etc. ihren Ursprung haben und deren Quelle der DJ ist - weil er durch den kreativen Mix von Musik und den Einsatz neuer Technologien neue Trends setzt.

Die gemeinsame Wurzel für House und Hip Hop: Soul & Funk

In den späten 60er und frühen 70er Jahren dominierte in den amerikanischen Tanz-Clubs anfangs der Soul und Funk. Diese Musik stellt die Wurzel der beiden heutigen Clubkulturen Hip Hop und Electro-House dar. In New York begannen Club DJs wie Grandmaster Flash, Afrika Bambaataa und Kool DJ Herc, aus den Soul und Funk Nummern das Drum-Solo oder Instrumentalteile (so genannte „Breaks“) mit zwei gleichen Platten immer wiederkehrend zu loopen. Sie holten sich „Master of Ceremonys“ (MCs) zur Hilfe, die die Meute animierten, zu diesen Breaks zu tanzen – es entstand der Break-Dance und die Hip Hop Musik. Mit der Entwicklung elektronischer Drum Maschines in den späten 70ern und frühen 80ern – allen voran der Beatbox und Rolands 808 - begannen die DJs, elektronische Beats für die Clubs zu produzieren. So packte sich Afrika Bambaataa eine Roland 808 und eine Platte von Kraftwerk und kreierte mit „Planet Rock“ wohl einen der ersten Electro-Club-Tracks aller Zeiten.

Afrika Bambaataa - Planet Rock


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Neben der Entwicklung zum Hip Hop entwickelte sich der Soul und Funk Mitte der 70er Jahren aber auch in Richtung des Disco-Sounds. Die Rhythmen wurden schneller und monotoner, es wurden zuerst Streicher und dann verstärkt Synthies neben klassischen Arrangements verwendet. Für die heutige elektronische Musik besonders prägend war der „Munich Sound“ von Giorgio Moroder, der schon früh mit Synthesizern experimentierte und 1977 für Donna Summer „I Feel Love“ schrieb und produzierte. Der darin zu hörende Synthesizer-Loop gilt als musikalisch bahnbrechend und inspirierte später zahlreiche Techno- und House-Künstler.

Donna Summer - I Feel Love


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In den frühen 80er Jahren entwickelten dann DJ Größen wie Frankie Knuckles oder Steve „Silk“ Hurley in Chicago aus dem Disco-Funk mit Hilfe der endlich erschwinglichen Drum-Computer den Chicago House, der wohl ersten Spielart der House Musik. In Detroit entwickelten DJs wie Juan Atkins House Music Mitte der 80er zu einer etwas härteren und monotoneren Spielart - der Detroit House Sound wurde schon früh Techno genannt und von Jeff Mills oder Carl Craig weiterentwickelt.

Viele DJs der damaligen Zeit machten eine ähnliche Entwicklung wie die Soul Musik mit. Größen wie Armand van Helden, Kenny „Dope“ Gonzalez, Norman Cook aka. Fatboy Slim mixten zuerst Soul, Funk und Hip Hop bevor sie mit elektronischer Clubmusik weltweiten Ruhm ernteten.
Auch in Deutschland: von Hip Hop zu House und Electro

In Deutschland konnte man diese Entwicklung ebenso verfolgen. WestBam (eine Kurzform für Westfalia Bambaataa) feierte einen seiner ersten internationalen Erfolge bereits 1987 mit dem Remix des Rap-Songs „We want some Pussy“ (2 Live Crew). Tom Novy rockte Münchner Clubs mit Hip Hop, bevor er mit seiner ersten Single „I House You“ (in Anlehnung an den Track „I’ll House You“ aus dem Jahr 1989 der Hip Hop Band Jungle Brothers) 1996 seinen ersten internationalen Erfolg feierte.

Auch DJ Friction und Thomilla, die erst neulich das Nachtagenten Sommerfest in München rockten, verbindet eine lange Freundschaft zu Soul, Funk und Hip Hop. Bereits auf ihren früheren Alben haben die Buddies Stücke miteinander komponiert und produziert. Zwar sind die beiden ihren Hip Hop-Wurzeln treu, aber sie haben sich nie vor Neuem verschlossen. So definierte Thomilla schon früh zusammen mit Hip Hop-Kollegen Michi Beck (Die Fantastischen Vier) den deutschen Bigbeat mit der Kombo Turntablerocker. Beide haben den Trend in Richtung elektronischer Tanzmusik nicht übersehen und so sorgen sie nun zu zweit mit dickem Electro-Sound unter dem Namen "Bodymovin" für Furore auf den Tanzflächen.
Norddeutsche Hip Hopper auf Abwegen?

Und es gibt noch weitere Beispiele aus Hamburg und Bremen: Tobi Tobsen machte seine ersten musikalischen Schritte in der Hip Hop Gruppe „Der Tobi und das Bo“, die später in „Fünf Sterne deluxe“ überging und die deutsche Hip Hop Landschaft mit Absolute Beginner aus Norddeutschland regierte. Zusammen mit Kowesix ist er inzwischen als Teil von Moonbootica aus der deutschen Electro-Szene nicht mehr wegzudenken und international erfolgreich.

Ferris MC räumt nach 12 Jahren an vorderster Hip Hop-Front komplett das Feld der derben Lyrics und langsamen Breakbeats. Doch das künstlerische Leben geht weiter und so streicht er das MC aus seinem Namen, holt sich Marc Deal ins Boot und nun erobern sie gemeinsam die Tanzböden der Electro-Clubs unter dem Pseudonym „Maniax“. Ferris hatte schon immer eine Außenseiterrolle, aber er hat immer gemacht, was ihm und dem Publikum Spaß macht. Das verfolgt er auch jetzt. Eine bunte Mischung aus knackigem Sound, Electro Grooves, mal rockiger, mal hittiger und auf jeden Fall elektronisch. Eine ähnliche Entwicklung machte die Gruppe Deichkind (Hamburg) oder DJ Koze, der als Rapper und DJ bei verschiedenen Hip Hop-Gruppen in Flensburg (unter anderem Fischmob) seine Karriere begann.

All diese erfolgreichen Künstler haben dabei eins gemeinsam. Sie lassen sich nicht gerne in eine Schublade stecken, entwickeln sich ständig weiter und definieren die neuen Clubsounds, ohne dabei ihre gemeinsamen, musikalischen Wurzeln zu vergessen.

Kommentare zur News

von
...aber mit sport unterstützung
von
hehe jetzt wissen wir wie lütze 3 tage wach gemacht hat :)
von
cooles Video zu Giorgio Moroder und seiner damaligen, richtungsweisenden electronischen Disco Variante:





:)
von
hm hab auch früher nur hiphop gehört und sei knapp 2 jahren höre ich nur noch elektro/minimal... aber ich bin echt froh das es eine verbindung gibt, zB das öfters elektro mit hip hop gemixt wird wie "maniax" manchmal auflegen! ist schon nice ;)
von
Du musst es ja wissen!!!!
von
das ist doch totale krampf kacke.. interessiert doch nicht. hauptsache die scheisse rockt nach dem 4 Gin tonic immernboch...4
von
???
von
wie heißt es doch so schön bei dj krust:
we have found evidence that hip hops standard 85 rpm when increased by a number as least half the rate of it's standard or decreased at 3/4 of it's speed may be a determining factor in heightening consciousness.
von
lol...elektronisch iss einfacher zu mixen als hip hop
von
Mein bester Freund:
Musik; im Einklang mit Natur Leben
Mensch Wahrheit Modern Zeit und
Liebe.
Electro Minimal

schade das die kids soviel von der hip hop lügen beeinflußt werden. wo ist jugendamt? ;l
von
eigentlich sollten die jungs an den decks alle richtungen mischen, electro, hip hop, indie, gothic, what ever...etwas mehr spontanität wäre cool!! timo maas ist diesbezüglich schon sehr cool...arbeitet mit placebo und andreren!
von
für mich is des ein sehr interessantes thema, weil ich mich mit beiden richtungen hauptsächlich beschäftige. meiner meinung nach sind sich die künstler ihrer wurzeln zwar bewusst und sind auch zum teil stolz drauf, jedoch versucht die szene sich immer mehr davon abzukapseln. also wenn ich und n paar leute fast nicht in nen electro-club reinkommen weil wir mit unseren caps zu sehr "hip hop" aussehen, dann frag ich mich schon! auch wenn ich im club sag, dass ich eigentlich daheim nur hip hop hör, dann muss ich auch immer öfter dafür rechtfertigen. deswegen entwickelt sich in der electro szene in meinen augen keine richtige kultur, sondern die ganze sache bleibt eher ein trend. von kultur kann man nur sprechen wenn man die musik als ganzes schätzt, weiß wo sie ihren ursprung hat und auch offen dafür ist in welche richtung die musik geht, bzw. gehen könnte. mir fehlt einfach noch n bisschen des zeitlose in der elektronischen musik...kein electro dj würde heute ne platte von kraftwerk raushauen, wobei "the message" von grandmaster flash und "rappers delight" auch noch heute auf den partys rauf und runter gespielt wird. ich geh wirklich sehr gern in electro-clubs (ab jetzt dann halt ohne cap :) und feier zu der musik, bin allerdings im herzen immer noch n hip hopper und stolz der kultur anzugehören!
von
echt? die pissen die wand an? wenn des die pelka wüsst! ;-)))
von
das viele hip hop lyrics auf kokain konsum basieren ist kein geheimnis mehr und das elektronische musik mit drogenkonsum so eng verbunden ist wie das amen mit der kirche weiss auch der papst. jetzt schlagen wir eine brücke und prompt stehen der rapper und der raver im club zusammen aufm klo und pissen die wand an. soundissaved
von
Die Frage ist wo der Trend hängengeblieben ist, wenn jedes Jahr 1-2 mal die Turntablerocker nach München kommen und alle feiern weils wie ein Klassentreffen ist. Ansonsten ists aber jedes Jahr das gleiche.
Mittlerweile ist TTR nur noch Standardelektro. Als sie vor Jahren noch mit Liveband, mehr HipHop und mehr offenheit unterwegs waren, fand ich das spannender.
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