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Rubrik:Szene, Kolumne
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Autor:Roman Libbertz
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Letzte Aktualisierung:

Triebjagd von Roman Libbertz - Einhundertneununddreißig

Das Vorwort von Nilz Bokelberg:

Roman Libbertz. Literat? Maler? Barbesitzer? Lyriker? Oder gar Impresario? Das ist doch letztenendes alles egal. Wichtig ist, dass der Priveé-Macher durch die Stadt zieht. Und beobachtet. Genau beobachtet. Er betrachtet das Nightlife nicht von außen, er ist ein Teil des Ganzen. Wie ein Puzzleteil, das einem sagt, welche Teile noch fehlen. Ein innerer Blick in eine oberflächliche Welt. München auf der Couch, wöchentlich an dieser Stelle.
Eine kurze Geschichte... Teil 1

Über das Privée

Obwohl ich im Alter von 26 Jahren keine Lust mehr auf P1, Luna Lounge, Firmenveranstaltungen oder generell im Nachleben weiter aktiv tätig zu sein hatte, (bzw bereits ein Jahr schrieb und malte), musste ich ja sagen, als im Februar 2005 Sebastian Höcherl an mich heran trat und mir vorschlug die Bar des Hotel International, ein in die Jahre gekommenes Bauwerk inmitten der Hohenzollernstrasse, zu betreiben. Betreiben kann und konnte ich nie, deswegen war guter Rat teuer. Gelogen, denn in Michael Meleschko den ehemaligen Betriebsleiter des P1 hatte ich seit langer Zeit einen Top-Mann in Wartestellung.
Eine halbe Stunde besichtigten wir, ich eigentlich nur zum Zeitvertreib ohne ernsthaftes Interesse, die damalige angeschlagene Lokalität, lachten uns dann über die Miete tot und eröffneten plötzlich bereits drei Wochen später. Das erste Privée war geboren.
(In den siebziger Jahren war Eberhard Rüsch, genannt „Ebsch“, im Münchner Nachleben mehr als aktiv. Nicht nur, dass er mit Gunter Sachs eng befreundet war, nein, er eröffnete auch einen Nachtclub und zwar sein „Ebsch Privée“. Schon Jahre zuvor witzelte ich mit meinem Vater, dass ich irgendwann einen Laden so nennen würde.)

Nilz Bokelberg und Dj Volfganque versorgten den schlauchförmigen Raum mit Musik. Michael Meleschko stand selbst mit an der Bar und dirigierte sein ausgewähltes Personal. Die Zeitungen überhäuften uns mit guten Kritiken und ich stand während der Abende meist mit einer handvoll Freunden in der winzigen Küche, schob von Zeit zu Zeit die Glasschiebetür auf und lugte nach draußen. Manchmal so spät, dass alle bereits gegangen waren. Noch heute kann ich sagen, es waren unvergessliche Nächte, wie ich sie so nie zuvor erlebt hatte.
Nach sechs Monaten mussten wir dann, wie vorher vereinbart, schließen, aber ein Ass hatten wir noch im Ärmel. Den letzten Tag bildete die sagenumwobene „Hotel Privée“- Party, bei der wir nicht nur Tische sondern ganze Hotelzimmer als Feiermöglichkeit anboten. Für mich eine der Parties meines Lebens. Das ganze Hotel bebte und in der Bar brodelte. Über die 47 kleinen Fernseher wurde Bild und Ton aus dem Privée in jedes Zimmer übertragen. Manche brachten ihre eigenen Musikanlagen mit, manche drehten während der Feier einen Porno, manche.......

Post Scriptum: Hättet ihr Ali Escobar erkannt?
http://www.tz-online.de/nachrichten/muenchen/deutsche-bahn-gefangen-geisterzug-muenchen-607357.html

Kommentare zur News

von
Mit Abstand die Bar die ich am meisten im Nachtleben vermisse. Wunderschöne Location in einer Weltklasse Lage, tolle Gespräche mit interessanten Leuten und immer viel zu spät nach Hause gekommen...
und die Hotel Party war DIE Beste Party meines Lebens!
1-1 von 1
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