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Rubrik:Szene, Kolumne
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Autor:Roman Libbertz
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Letzte Aktualisierung:

Triebjagd von Roman Libbertz - Einhundertfünfzig

Das Vorwort von Nilz Bokelberg:

Roman Libbertz. Literat? Maler? Barbesitzer? Lyriker? Oder gar Impresario? Das ist doch letztenendes alles egal. Wichtig ist, dass er durch die Stadt zieht. Und beobachtet. Genau beobachtet. Roman betrachtet das Nightlife nicht von außen, er ist ein Teil des Ganzen. Wie ein Puzzleteil, das einem sagt, welche Teile noch fehlen. Ein innerer Blick in eine oberflächliche Welt. München auf der Couch, wöchentlich an dieser Stelle.
Grosse Glasscheiben, ein riesiger Kronleuchter im Inneren. Künstlerhaus. Ich nehme es vorweg. Ich habe keinen Künstler gesehen, wobei doch: Rene Vaitl war dort.

Bereits kurz nach der Tür werde ich mit einem breiten Lächeln im unteren Bereich, der ein Cafe und eine gewaltigen Bartresen sein eigen nennt, von einer wunderschönen Dame empfangen und zu meinem Tisch geleitet. Während ich ihr die Steinstufen nach oben steige, bemühe ich mich nicht auf ihren wohlgeformten Popo zu starren.


Inhaber: Uli Springer, Michi Kern, Tom Hilner und Dino Klemencic

Mir wird mein Mantel abgenommen und dann bin ich im Restaurant. Viel Design, viel schwarz, Lichtspots nur über den Tischen, hochgezogene Rückenlehnen der schwarz, graugepunkteten Sitzbänke vor den großen Fensterscheiben mit Blick auf den Justizpalast und die Alte Börse.

20:47 Uhr
Hallo!
Ich winke ihm zu.
Grüß Dich.
Ich winke ihr zu.
Hallo.
Ich gebe ihm die Hand.
Hi.
Ich begrüße sie mit Wangenküssen.
Ein kurzer Blick auf die schwarze Speisekarte offeriert viel Fleisch, viel Fisch, eine große Auswahl an Beilagen und den catch of the day, alles zu guten Preisen. Ich entscheide mich für die Kaisergarnelen und einen Salat.

0:32 Uhr
ER (zum zurückhaltenden Kellner): „Was ist los?“
Kellner versteht nicht.
Betrunken zeigt ER auf sein Glas.
Kellner: „Darf ich noch einen servieren?“
ER zuckt mit den Schultern.
Unverständnisvoll blickt der Kellner ihn an.
Dann beugt ER sich nach vorne, gibt ihm einen Kuss auf die Wange und lacht.

Hier ist Großstadt, auch wenn München das nicht ist. Aber viel besser: Hier fühlt man sich besonders und was gibt es besseres über ein Restaurant zu sagen. Willkommen du Künstlerhaus.

Post scriptum: Ich bin mehr als gespannt welche Bilder in den nächsten Wochen dort die noch weißen Wände zieren werden. Angeblich wird es sich um Leihgaben eines bekannten Malers unter dem Motto Verkehr handeln.

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