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Rubrik:Lifestyle, Kolumne
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Julia wundert sich über ... Hygiene-Exhibitionisten
Die Welt ist schon ein sonderbarer Ort. Allerlei Skurriles findet sich offline wie online. Mal regt es zum Nachdenken an, mal versüßt es den Tag und verhilft zu einem spontanen Schmunzeln. Unsere Agentin Julia wird für Euch wöchentlich über Absurditäten, Irrlichter und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags berichten. Ihr Einblick in den urbanen oder vernetzen Dschungel verspricht ungewohnte Perspektiven, ominöse Begegnungen und Überraschendes.

Nicht mitgezählt sind dabei die Ladies, die sich erst auf dem Weg zur Arbeit ein Gesicht aufmalen, in der U-Bahn z.B. In einer gepflegten Metropole wie München kann man die Zurechtmachung der 10.000 jeden Morgen bestaunen - vom schnellen Näschen pudern (bemerkt eh niemand) über Lidstrich- oder Lipglossnachziehen (fällt auf, stört aber nicht), über Haare bürsten (dito), Nägel feilen (nervt, weil irgendwie eklig) bis hin zu Augenbrauen zupfen (näh!). Aber – und das ist nur ein Beweis für meine These, dass man sich in U-Bahnen die besten Freakshows für lau angucken kann – die Damenwelt ist nicht alleine mit ihren öffentlichen Schönheitsarbeiten. Vor kurzem durfte ich auf dem Weg ins Büro begutachten, wie ein junger Mann in Anzug und Krawatte sich rasierte. Packte in aller Seelenruhe seinen Elektrorasierer aus und bearbeitete sein Gesicht unter den erstaunten Blicken seiner Sitznachbarn. Über die paar Bartstoppeln, die dabei zu Boden rieselten, pikierte sich zwar niemand, aber die ganze Aktion war irgendwie dreist. Und irgendwie verdammt lässig. Wie er nach getaner Arbeit den Rasierer in seine lederne Aktentasche legte und diese mit einem eleganten Klicken wieder verschloss ... das hatte schon was.

In Florida kam es letzten März sogar zu einem Autounfall, weil sich die 37-jährige Megan Barnes am Steuer ihre Schamhaare rasierte. Die Folge: ein leichter Auffahrunfall mit zwei anderen PKWs und Blechschäden (und vermutlich ein Schlenker im Landing Strip).
Was wirklich viele nervt: Nagelknisper in der Öffentlichkeit. Wer sich angesprochen fühlt, kann der Facebook-Gruppe "The International Revolution Against Public Nail Clipping" beitreten.

Einzig eine Journalistin der Japan Times nimmt's locker. Beim Beobachten der morgendlichen Make-up- Applikationen habe sie schon viele nützliche Schminktipps mitgenommen, schreibt sie begeistert. Und, das Wichtigste, den perfekten Abschluss einer "Public Grooming"-Performance gelernt:
Beim Aussteigen immer ein bescheidenes Lächeln aufsetzen und eine kleine Verbeugung machen.
Schließlich sollte man sich bei seinem Publikum ja auch bedanken.
Fotos: flickr (3)/ QualityFrog, Alexis Bellido, Abulic Monkey
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Pressekonferenz - Paul Kalkbrenner am 21.05.2012 in München