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Rubrik:Kolumne
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Julia wundert sich über ... dumme Tiere
Die Welt ist schon ein sonderbarer Ort. Allerlei Skurriles findet sich offline wie online. Mal regt es zum Nachdenken an, mal versüßt es den Tag und verhilft zu einem spontanen zum Schmunzeln. Unsere Agentin Julia wird für Euch wöchentlich über Absurditäten, Irrlichter und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags berichten. Ihr Einblick in den urbanen oder vernetzen Dschungel verspricht ungewohnte Perspektiven, ominöse Begegnungen und Überraschendes.

Foto: M. Linnenbach/wikipedia
Erschreckend dämlich: der Feuersalamander
Der Salamandra salamandra ist wahrscheinlich das einzige Tier der Welt, das drauf und dran ist, sich selbst auszurotten. Zum einen tut er sich mit der Fortpflanzung schwer: Obwohl er zur Gattung der Schwanzlurche gehört, ist er scheinbar zu blöd zum Vögeln. Mal paart er sich aus Versehen mit einem Frosch (Foto), mal kopulieren zwei Männchen miteinander, ohne es zu merken. Zum anderen erdrosselt er sich schon mal selbst beim Häuten (dafür müsste man ihm eigentlich den Darwin Award verleihen). Und wenn er die Prozedur doch überlebt, legt er autokanibalistische Züge an den Tag und verspeist seine abgestreifte Haut (mitsamt der giftigen Sekrete, die sich noch darin befinden). Nach dem Klamottenwechsel fläzt er sich mit ausgestreckten Beinen in die Sonne, um zu trocknen – ein gefundenes Fressen für Kreuzottern. Da er sich zu allem Überfluß auch noch ziemlich langsam bewegt, zählt er statistisch zum häufigsten Verkehrsopfer nach Igeln und Erdkröten.

Foto: Kenneth Catania/wikipedia
Maulwürfe sind ja schon unansehnlich, aber dieser nahe Verwandte toppt so ziemlich alles, was sich Regisseure von B-Movies jemals an ekligen Monstern hätten ausdenken können. Kein Wunder, dass dieser kleine Kerl sich unter der Erde versteckt – mit einem Anus im Gesicht würde sich unsereins auch nicht gerne unter Artgenossen aufhalten.

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de
Dafür, dass sein Gehirn nur 40 Gramm wiegt, kann der Strauss nichts. Er ist zwar kein Intelligenzbolzen, kann aber mit bis zu 70 km/h durch die Steppe flitzen und steckt NICHT – wie viele meinen – bei Gefahr den Kopf in den Sand (hat bis heute kein einziger Tierforscher beobachtet). Nein, der Strauss an sich ist gar nicht so blöd wie er aussieht. Aber: Strausse sind raffgierig, garstig und boshaft. Die wahren Charakterschweine der Tierwelt mopsen sich sogar gegenseitig ihre Küken: Treffen zwei nistende Straussenpaare aufeinander kommt es fast immer zum Kampf, und das Siegerpaar zieht mit dem Nachwuchs der Verlierer davon. In einem Fall wurde sogar ein Straußenpaar mit 380 (!) Küken beobachtet.
Erschreckend erschreckend: der Gespensterfisch
Nur eine Frage: ein Fisch mit durchsichtigem Kopf? Warum, liebe Natur, warum?
Zum Schluss noch ein Lichtblick aus dem Kuriositätenkabinett der Fauna: 2005 entdeckten Taucher südlich der Osterinseln ein possierliches langustenartiges Etwas und nannten es Yeti-Krabbe. In sage und schreibe 2.200 Metern Tiefe kann das wuschelige Meerestierchen überleben, und ist dabei mit seiner blonden Mähne noch possierlich anzusehen. Blöd nur, dass das Krebstier blind ist – es wird wohl nie erfahren, wie knuffig es aussieht.
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