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Rubrik:Lifestyle, Kolumne
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Autor:Agent jooolia
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Julia wundert sich über ... das Gesetz

Die Welt ist schon ein sonderbarer Ort. Allerlei Skurriles findet sich offline wie online. Mal regt es zum Nachdenken an, mal versüßt es den Tag und verhilft zu einem spontanen zum Schmunzeln. Unsere Agentin Julia wird für Euch wöchentlich über Absurditäten, Irrlichter und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags berichten. Ihr Einblick in den urbanen oder vernetzen Dschungel verspricht ungewohnte Perspektiven, ominöse Begegnungen und Überraschendes.
Foto: Jutta Rotter/pixelio
In Sachen Groteskheit sind die Amis ja immer ganz weit vorne. Ungeschlagene Weltmeister sind sie aber auf dem Feld der sinnlosen Paragraphen: Kein Land hat so viele völlig absurde Gesetze erlassen. Nicht mal die Schweine aus George Orwell’s "Farm der Tiere" und Fidel Castro zusammen haben jemals so viel juristischen Schwachsinn produziert.

Allerdings: George W. Bush ist ausnahmsweise mal aus dem Schneider. US- Präsidenten sind an der Gesetzgebung nämlich nicht aktiv beteiligt. Der Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) erlässt Gesetze eigenmächtig (und gerne auch gegen den Willen der Regierung). Nur am Ende kann der Präsident sein Veto einlegen. Falls es ein Gesetzesentwurf überhaupt durch die ganzen notwendigen Anhörungen schafft. Eine wahre Orgie an Bürokratie und Formalitäten wird bis dahin abgefeiert – und trotzdem sind die Resultate oft hirnrissig wie diese Glanzstücke:
Foto: tarudeone/pixelio
In Alabama ist es verboten, mit Bären zu Ringen und in der Kirche eine Bartattrappe zu tragen. Seine Ehefrau darf man nur mit Stöcken prügeln, die nicht dicker sind als der eigene Daumen. Ehen zwischen Schwarzen und Weißen sind erst seit 2002 legal.

In Los Angeles darf man nicht zwei Babys gleichzeitig in der selben Badewanne baden.

In St. Louis, Missouri, ist es untersagt, auf Bordsteinen zu sitzen und Bier aus Eimern zu trinken.

In Norfolk in Virginia ist das Bespucken von Seemöwen unter Strafe gestellt.

In Oklahoma darf man weder Hunden gegenüber Grimassen schneiden noch rückwärts gehend einen Hamburger essen.

In Florida sind Sex mit Stachelschweinen und Pfeifen unter Wasser verboten. Wer beim Frisör unter der Trockenhaube einschläft kann dafür einen Strafzettel kassieren. Als unverheiratete Frau darf man sonntags nicht Fallschirm springen; tut frau es doch kann sie dafür ins Gefängnis wandern.

In Ohio ist es strafbar, einen Fisch betrunken zu machen.

In Alaska ist es verboten, Elche aus fliegenden Flugzeugen zu stoßen oder schlafende Bären für Fotos aufzuwecken (Bären erschießen darf man aber).
Foto: GesaD/pixelio
Aber auch in Europa gibt es wunderbare Beispiele juristischer Fehltritte:

In Schottland muss man Fremden erlauben, sein WC zu benützen. Schwangere dürfen ihre Notdurft überall verrichten. Das Ungeheuer von Loch Ness, ist, für den Fall daß es existiert, unter Naturschutz gestellt.

In Liverpool, Großbritannien, ist es Frauen verboten, sich mit nacktem Oberkörper in der Öffentlichkeit zu zeigen, außer als Angestellte eines Fischgeschäfts für tropische Fische. A propos Fische: Wird ein Wal an die britische Küste gespült, gehört der Kopf automatisch dem König und die Schwanzflosse der Queen. Auch Schwäne sind nach britischem Recht Eigentum der Königin. Parlamentarier dürfen nicht an ihrem Arbeitsplatz sterben, außerdem darf das Parlament generell nicht in Ritterrüstung betreten werden. In der nordenglischen Stadt York darf man einen Schotten töten, wenn er Pfeil und Bogen mit sich trägt.

In Frankreich ist es untersagt, ein Schwein Napoleon zu nennen.

Last but not least: die Bundesrepublik. In Deutschland darf man nur mit offizieller Erlaubnis des zuständigen Amtes durch Abwasserkanäle schwimmen. Laut Art. 21 der dortigen Landesverfassung gibt es in Hessen – wie auch in Bayern - noch die Todesstrafe. Natürlich nur noch auf dem Papier (ein Glück für Roland Koch). Auch ein Evergreen: das gute alte Tanzverbot an stillen Tagen (= kirchliche Feiertage) in Baden-Württemberg und Bayern. Das hätte 2007 beinahe die MTV European Music Awards in München ins Wasser fallen lassen.

Noch ein Tipp an die FKK-Freunde unter Euch: In der BRD ist es zwar erlaubt, nackt Auto zu fahren. ABER: Wer dann aussteigt betritt öffentlichen Raum und muss ein Bußgeld von 40 Euro zahlen.

Kommentare zur News

von
ach und ich wollte nächstes jahr unbedingt nach florida und sex mit ner pfeife unter wasser haben..scheiße..naja dann muss ich wohl daheim bleiben und einen antrag stellen um im abwasserkanal ne runde zu schwimmen...

nice julia...gefällt mir... :)
von
nice.
von
grossartig!!!

in Frabkreich darf kein Schwein "napoleon" genannt werden? Erinnert mich an House of Pain: "I never eat a pig cause a pig is a cop".

Ich frag mich, wie der Bier-Eimer definiert ist. Mit einem Fass darf man sich auf die Strasse setzen, mit einem Eimer (Öffnung oben!!) nicht? :D

Notiz an Laudi: Unbedingt nachfüllbares Fass als Sperrgepäck mitnehmen, wenn Du nach St. Louis ziehst!

von
wer möchte sein leben auch ohne den guten alten bier-eimer verbringen.
von
Notiz an mich selbst: Nie nach St. Louis ziehen.
ich mag diese kolumne.
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MY:NA

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