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Rubrik:Musik, Interview, Video
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Interview mit Alexander Marcus

Alexander Marcus: In den Bergen bei meiner Großmutter war nicht viel los, aber ich habe glaube ich eine gesunde Lebenseinstellung dort mitbekommen: Sich selbst nicht so wichtig nehmen, da es immer etwas Wichtigeres gibt. Ich habe dort Kühe und Ziegen gemolken und zum Teil auch großgezogen und sogar Käse hergestellt. Wir wohnten ziemlich einsam dort und das nächste Dorf hatte auch nur knapp zwanzig Einwohner. Da war keine Zeit für Luxus oder irgendwelche Ansprüche. Dort fing ich als Kind bei einer Volkstanzgruppe an, meine Großmutter hatte irgendwie gemerkt, dass ich immer rumtanzte und den Clown machte und hat mich dort angemeldet. Die elektronische Musik und überhaupt internationale Musik haben mich erst später beeinflusst, als ich in den USA war.

Alexander Marcus: Eigentlich nicht. Ich bin ja immer noch ab und zu dort, treffe ein paar Leute und so; ich versuche, von Deutschland und den USA die jeweiligen Vorteile so gut es geht auszunutzen. Aber mein Zuhause ist zur Zeit definitiv Berlin.
NA: Wieso bist Du ausgerechnet in den USA auf die Idee gekommen, Schlagermusik und Electro zu einer neuartigen Musikrichtung zu entwickeln?
Alexander Marcus: Ich habe viele Musikrichtungen erst richtig in Amerika kennengelernt. House, Techno, Electro, aber auch Hip Hop, Funk, Soul, New Jack Swing usw. Vorher gab es achtzehn Jahre lang eigentlich fast nur Schlager und Volksmusik in meinem Leben. Das kann passieren, wenn man bei seiner Großmutter und auch noch fern der Großstadt aufwächst. Diese unterschiedlichen Richtungen zu vermischen erschien mir irgendwie naheliegend. Vor etwa einem Jahr, da wohnte ich schon in Berlin, wurde aus dieser Idee dann ein ernsthaftes Projekt.
NA: "Electrolore" nennst Du Deine Schöpfung – erzähl uns doch mal, was das Wesen dieser Musik ausmacht und weshalb man unweigerlich den Drang verspürt, sich dazu rhythmisch zu bewegen?
Alexander Marcus: Ich hatte schon als Kind immer irgendetwas an der Volksmusik vermisst. Ich mochte sie zwar, aber ihrem Sound fehlte die gewisse Tiefe. Später habe ich dann begriffen, was es war – der Bass! Und auch der Rhythmus ist ja eher einfältig. Electrolore hat diese beiden Schwachstellen sozusagen ausgemerzt und die Volksmusik klingt dadurch auch plötzlich nicht mehr provinziell.
NA: In den 80ern ist der deutsche Schlager mehr oder weniger aus den Charts verdrängt worden, den Grand Prix Eurovision de la Chanson guckt man heute eher zur leichten Unterhaltung, und die Revival-Versuchen á la Guido Horn oder Dieter Thomas Kuhn haben sich einigermaßen schnell im Sand verlaufen. Ist der deutsche Schlager an sich vom Aussterben bedroht?
Alexander Marcus: Ich glaube, es gibt nur gute oder schlechte Musik. Da ist es egal, welcher Schublade man entstammt. Ich verfolge die aktuelle „Schlagerszene“ nicht, aber ich glaube generell, viele trauen sich nicht, mal etwas Neues auszuprobieren, aus Angst ihr Publikum zu verlieren. Sie spielen lieber auf Nummer Sicher. Damit kann man natürlich alle zufrieden stellen, aber keinen langfristig begeistern.
NA: Wie entstehen Deine Songs?
Alexander Marcus: Unterschiedlich. Manchmal ist erst ein Beat da oder ein Soundgerüst, auf dem ich dann einen Text ausprobiere. Oder mir fällt einfach so ein Text ein. Es klingt zwar abgedroschen, aber die Songs, die am schnellsten entstehen sind in der Regel die besten.
NA: Das Leben als gefeierter Künstler bringt doch sicherlich auch seine Schattenseiten mit sich – Alkohol, Frauen, Konkurrenzverhalten, der Druck, kreativ zu sein… wie gehst Du mit dem allem um?
Alexander Marcus: Indem ich mich weitestgehend zurückziehe. Ich gehe kaum aus und mag auch keine Clubs oder Parties. Groupies sind ebenfalls nicht so mein Ding. Ich freue mich aber sehr, dass meine Musik anscheinend vielen Leuten gefällt und das motiviert mich. Druck ist da gar nicht mehr nötig. Etwas ungewohnt ist es, plötzlich um Autogramme gebeten zu werden.
NA: Im Clip zu „Papaya“ sind zwei Sachen zu sehen, die ich nicht verstehe: eine Taschenmuschi und ein Spritzbesteck (mitsamt Löffel und Armbinde). Weshalb gehst Du mit solchen ernsthaften Themen wie Promiskuität und Drogensucht so leichtfertig um? Immerhin sehen ja auch Kinder Deine Videos.
Alexander Marcus: Wenn ich einen Song schreibe oder ein Video drehe ist das oft so, als ob ich ein Bild malen würde. Ich lasse mich dabei völlig treiben und meist entwickeln sich die Dinge dann von selbst – hier noch dieses Detail, dort ein bißchen mehr von dieser Farbe usw.. Dabei achte ich natürlich nicht darauf, ob es eventuell irgendwo Anstoß erwecken könnte. Das wäre sonst das Ende meiner Kreativität.
NA: Welche musikalischen Vorbilder hast Du und mit welchen Künstlern möchtest Du gerne einmal zusammenarbeiten?
Alexander Marcus: Ich habe ehrlich gesagt gar keine Vorbilder. Aber es gibt viele Musiker, die ich bewundere und mit denen ich gerne arbeiten würde. Mit Giorgio Moroder oder Harold Faltermeyer zum Beispiel. Es wird übrigens demnächst ein Feature von mir geben, aber ich darf darüber noch nicht reden.
NA: Hast Du manchmal Muskelkater im Gesicht?
Alexander Marcus: Nein. Ich lächle von Natur aus viel. Da haben sich meine Gesichtsmuskeln wohl dran gewöhnt.
NA: Du arbeitest derzeit an Deinem Debütalbum, wann ist es denn soweit?
Alexander Marcus: Ich schätze es wird im nächsten Jahr erscheinen. Ich hatte es ja eigentlich für dieses Jahr angekündigt, aber es ist noch nicht fertig und ich möchte meine Fans auf keinen Fall enttäuschen. Es gibt außerdem ein paar brandneue Songs, die noch mit auf’s Album müssen, aber noch nicht produziert wurden.
Auf jeden Fall kann man sich ab sofort die aus den Videos bekannten Songs überall auf allen bekannten Download-Stores wie ITunes oder Musicload runterladen.
NA: Das Leben ist ein Zoo – welches Tier bist Du?
Alexander Marcus: Oh, das ist keine leichte Frage. Ich würde sagen, ich bin eine Kreuzung aus einer Bergziege und einem Löwen.
Video: Alexander Marcus - Papaya
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...und da noch mehr Infos über Alexander Marcus.

Kommentare zur News
von
Heidewitzka, dann check doch mal das Programm der Theaterfabrik! Geh ich auf jeden Fall auch hin, vielleicht sogar zweimal!
von
Habe bis heute noch nie von dem Mann gehört, bei youtube durch Zufall drauf gestoßen und ich bin begeistert, wie A.M. alles auf die Schippe nimmt, einfach toll. Ich bin 60 und hab schon viel Müll in der Musik erlebt, diese aber gehört auf keinen Fall dazu. Locker vom Hocker, da bekommt der faule Körper Lust sich, sich zu bewegen, man sollte sowas in die Altenheime bringen, da wäre High Life und den Alten würde es wensentlich besser gehen, zumindest seelisch und das ist doch viel wert. Naja, nicht sauer sein, ich sehe das eben aus meiner Sicht ! Mein Recht, nicht wahr. Weiter so, ich werde mal gucken, was ich noch alles so von diesem Manne finde. Daumen hoch, hundetrmal !!!! Gruß Heide
von
Nach dem die wirtschaftsfaschistische Grupppierung Samsung, mit ihren äußerst aggressive Marketing-Propaganda die Macht ergriffen hat, wird die Nachtagentenseite zur Austellungs-Plattform "Entartete Kunst" (Eintritt frei) umgewandelt.
Da ich keinerlei Problem hätte, solchen auswüchsigen -genetisch -mutierten Abfall der Spaßgesellschaft, die Lichter auszublasen, bleibe ich bei den Nachtagenten, hebe meinen Arm und schreie:
"Heil Samsung"!
Hab ich jetzt was mißverstanden??? XD
Da ich keinerlei Problem hätte, solchen auswüchsigen -genetisch -mutierten Abfall der Spaßgesellschaft, die Lichter auszublasen, bleibe ich bei den Nachtagenten, hebe meinen Arm und schreie:
"Heil Samsung"!
Hab ich jetzt was mißverstanden??? XD
von
Oh Gott - das Schrecken kehrt zurück. Homo Dance, Hawaii Toast - irgendwie gewohnt wenig originell
von
www.spex.de/2904/rezensionen.html
es gab noch einen artikel in der print-ausgabe, aber eigentlich ist in der obigen rezension schon alles gesagt
es gab noch einen artikel in der print-ausgabe, aber eigentlich ist in der obigen rezension schon alles gesagt
von
eine frage hab ich noch: erklär mal bitte globi... is das sowas wie der fussball von tom hanks in cast away?
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