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Rubrik:Musik, Kolumne
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Autor:Marlon Bünck
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Letzte Aktualisierung:

Gut gealtert: Rogue Wave - Out of the Shadow

Es gibt Platten, die haben eine ganze Ära begründet. Platten, die Säule ganzer Jugendkulturen waren. Platten, die jeder kennt. Aber auch solche, die jeder kennen sollte. In "Gut gealtert" präsentieren wir Euch jeden Montag ein musikalisches Zeitzeugnis aus der Vergangenheit, manche aus der Erinnerung verschwunden oder unbekannt, aber dennoch bedeutend. Eines haben sie alle gemein - es lohnt sich, sie mal wieder aus dem Regal zu holen.
Manch Album steht stellvertretend für die Anfänge einer Band, das "embryonale" Stadium. Das Album "Out Of The Shadow" steht für eben diese anfänglichen Schritte der Oaklander Band Rogue Wave.

Als die Dotcom-Blase Anfang 2002 platzte, sah sich Musiker Zach Schwartz mit zweierlei Problemen konfrontiert. Zum einen war er arbeitslos und zum anderen auch mental bankrott. Was er anfangs als Katastrophe empfand, entwickelte sich zu seinem ganz persönlichen Segen, denn seiner Entlassung folgte der Einstieg in die Musikwelt. Er verließ Oakland und ging nach New York. Ein Mitglied der damaligen Indie-Band Desoto Reds half Zach auf die Beine, ebenso wie Produzent Bill Racine, mit welchem er diverse Songs aufnahm. Zu seiner Überraschung kehrte er kurz später nach San Francisco zurück, mit einem kompletten Album.

Zach pendelte anschließend zwischen beiden US-Küsten, daher wird dem Debütalbum von Rogue Wave ein "bicoastal milieu", also dem Einfluss beider US-Küsten, zugesprochen und dieses zieht sich deutlich durch das gesamte Album. Die Songs erstrecken sich im Stile von The Shins, bis hin zum sonnigen Temperament eines "California Dreamin". Zach Schwartz schrieb sie alle selbst.

Den Opener bildet "Every Moment", ein Song mit wechselnden Lo-Fi Ambitionen, ruhig und bedacht, ein "kalifornischer" Song. Im Kontrast zum folgenden Song "Nourishment Nation", einer passiven Hommage an die Hoboker Alternative-Band "Yo La Tengo". Die Platte ist abwechslungsreich und im Hintergrund der Entstehungsgeschichte als "Embryo-Album" der Band aus Oakland zu betrachten. Die Melodien sind eingängig und an keiner Stelle überproduziert. Ein bisschen Lo-Fi, Hippie und Frieden und an manchen Stellen, wie z. B. "Kicking the Heart Out", gleicht der Endpart dem von "For Emily, Whenever I May Find Her", von niemand geringerem als Simon & Garfunkel.

Eine Platte, die zeigt in welche Richtung sich die Band in den Folgealben bewegt, frischer Independet-Pop in entwickelnder Genialität. Zum damaligen Zeitpunkt war damit für einen Langzeit-Erfolg vorgesorgt.
Amazon
www.amazon.de/Out-Shadow-Rogue-Wave/dp/B0002C4GWO

Tracklisting
01. Every Moment
02. Nourishment Nation
03. Be Kind & Remind
04. Seasick on Land
05. Kicking the Heart Out
06. Postage Stamp World
07. Sewn Up
08. Falcon Settles Me
09. Endgame
10. Endless Shovel
11. Man-Revolutionary!
12. Perfect

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