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Rubrik:Musik, Lifestyle, Szene, Kultur
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Autor:Agent jooolia
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Fuck you I won't buy what you sell me

Was den Deutschen ihr Sommerhit (bzw. den Münchnern ihr Wiesn-Hit), ist den Engländern ihr Weihnachts-Chartbreaker.
Foto: trip wire nyc/flickr/ wikipedia
Das Jahr endet in Großbritannien traditionell mit der Frage: Wer landet die Christmas-No. 1? Seit einigen Jahren sind das meistens frisch gebackene Casting-Show-Sternchen, die ihre Blitzkarriere mit einem Weihnachts- One-Hit-Wonder krönen wollen. Die derzeit populärste Show in England (mit über 13 Mio. Zuschauern) ist "The X-Factor", das einstige Sprungbrett von Leona Lewis. Seit 2004 läuft die Sendung wöchentlich im englischen TV, in der Jury sitzen u.a. Sharon Osbourne und Dannii Minogue (Kylie’s weniger bekannte Schwester). In den letzten 5 Jahren hat sich die Show zum absoluten Quotenrenner gemausert – dementsprechend hoch ist der Erfolgsdruck auf die Kandidaten.

Der Gewinner der letzten Staffel, der 18-Jährige McElderry, wurde mit seiner Single "The Climb" daher schon als Weihnachts-Abräumer 2009 gehandelt. Doch dann passierte etwas, mit dem keiner gerechnet hatte: Ein Internet-Demokratie-Putsch par excellence machte das uralte "Killing in the name of" von Rage Against The Machine zum britischen Weihnachts-Hit 2009. Statt eines glattgestriegelten Fernsehlieblings trug damit eine Band den Sieg davon, die zwar eine riesige Fangemeinde hinter sich vereint, bis dato aber keinen einzigen Nummer 1-Hit hatte.
Foto: flickr/wikipedia
Hinter dieser unglaublichen Aktion stecken Jon Morter (35) und seine Frau Tracy, die mit ihrer Kampagne "Rage Against The X Factor" den Stein ins Rollen gebracht haben und dabei den Trend eines virtuellen Flashmobs aufgriffen. Genervt vom Dogma der Musikindustrie, riefen sie via Facebook und andere social networks dazu auf, "Killing in the name of" zu kaufen – und die Charts so auf ganz legalem Wege zu manipulieren. Dem Appell folgte eine ganze Armada von Gleichgesinnten. Innerhalb weniger Tage investierten Zehntausende User die notwendigen 89 Pence und erwarben den Song bei den gängigen Downloadplattformen in England.

So wurde der 17 Jahre alte RATM-Track zum meistverkauften Song in der Vorweihnachtszeit. Und dagegen konnte selbst die gut geölte Marketing-Maschinerie von The X-Factor nichts ausrichten.
Simon Cowell, Produzent von The X-Factor, soll Jon Morter sogar persönlich angerufen haben, um ihm seine Glückwünsche auszusprechen. Morter erklärte: "Ziel der Aktion war es nicht, The X Factor zu dissen. Fans dieser Sendung mögen Musik genauso wie wir - ich habe nichts gegen sie. Wir waren es nur satt, dass sie es immer auf die Weihnachts-Nr. 1 schaffen." Währenddessen haben RATM angekündigt, als Dankeschön an die Fans ein 2010 ein Gratis-Konzert in London zu spielen. Zack de la Rocha war "völlig aus dem Häuschen", wie er der BBC sagte.

Auch in Deutschland sind mittlerweile ähnliche Aktionen geplant - mehr dazu findet Ihr hier

Kommentare zur News

von
trotzdem geil für RATM :D
von
coole Aktion - aber irgendwie ein Armutszeugnis für die Plattenindustrie - niemand kauft noch aktuelle Musik :(

sollte eigentlich jedem zu Denken geben...
1-2 von 2

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