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Rubrik:Musik, Kolumne
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Autor:Redaktion Allstars
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Flotter Dreier: Ripperton, koweSix & Michael Fakesch

Musik, Musik, Musik... Täglich flattern neue Scheiben ins Nachtagenten Büro. In der Rubrik "Flotter Dreier" werden die besten Veröffentlichungen kurz und knackig vorgestellt. Dieses Mal mit dem Schweizer Ripperton, einer Compilation von koweSix und einem Remix-Album von Michael Fakesch.
Ripperton - Niwa

Für sein Debütalbum hat Raphael Ripperton die Gartenhandschuhe angezogen, fleißig gesät und zwei Jahre lang gegossen. Eine zauberhafte Pflanze nach der nächsten blühte auf, bis er eine 14 Tracks-große Grünanlage zusammen hatte. Im Japanischen bedeutet Niwa ‚Garten’, und etwa so hört sich das Album auch an: „organisch und emotional“, wie es Ripperton selbst beschreibt, feiner, warmer Deep House mit Downbeat-Einschlag. Ein schöner, dicht gewebter Soundteppich, facettenreich, melodiös, zuweilen melancholisch, zuweilen nervös-frickelig, ab und an mit dezenten Vocals (Christina Wheeler). Die sorgsame Produktion, die man vielen Tracks anhört, kommt nicht von ungefähr. Ripperton legt seit Anfang der 90er auf, ist Labelgründer von Lovearth Records (2003) und Perspectiv Records (2006), hatte in diversen Bands mitgewirkt. Eine davon, Lazy Fat People, war u.a. bei James Holdens Border Community gesigned – Carl Craig-Fans kennen vielleicht dessen Remix von „Pixiegirl“, im Original ein LFP-Track. Mit VÖs auf Ovum, Rekids, Dessous und Connaisseur, sowie mit Remixen für Laurent Garnier und Radiohead machte sich Ripperton einen Namen – einige halten ihn sogar für den talentiertesten DJ und Elektro-Produzenten, den die Schweiz derzeit zu bieten hat. Finden auch Joris Voorn und Edwin Oosterwal, die Labelbosse von Green, bei dem Niwa erschienen ist. Alles in allem ein großartiger Erstling und eine gute Wahl für Fans von Isolee oder Ame & Dixon.

VÖ: 1. Februar 2010 | Label: Green
Various Artists – Audiovisual Couture by koweSix

Wie klingt eigentlich ein Parfum? Hat sich koweSix aka. Oliver Kowalski aka. die eine Häfte von Moonbootica wahrscheinlich auch gefragt, als ihn die Modedesignerin Silke Wilhelm gebeten hat, ihre beiden Düfte „Embrace“ und „Lucent“ zu vertonen. Wilhelm, ehemalige Schülerin von Vivien Westwood, hat Kowalski 2009 kennen gelernt, und ihre beiden Babys in seine musikalische Obhut gegeben. Herausgekommen sind zwei Mix-Alben, die sowohl die Fragrances aufgreifen, als auch der Catwalk-Soundtrack zu Wilhelms Show bei der letzten Paris Fahion Week waren. Designerin und DJ – kann das gut gehen? Ja! KoweSix pickt aus dem überstrapazierten Musikkosmos zum Teil überraschende Tracks so passend wie Süsskind Wörter, um der schweren Aufgabe, Düfte musikalisch zu beschreiben, gerecht zu werden. Dabei sind beide Alben wahrlich keine schnelle Konsumkost. Die subtile Eleganz der musikalischen Betörung wirkt dezent, beim geneigten Hörer womöglich erst beim intimen und bewussten Inhalieren der Klänge. Passend zur Modewelt klingt der Klangteppich teils unnahbar, teils unterkühlt - aber mit einem durchgängig nicht so unterschwelligen Groove auch fesselnd. Das Ergebnis sind zwei unterschiedliche Mixe: „Embrace“ klingt etwas schwerer durch den dubbigen und langsameren Sound. Doch die Tracks von Könnern wie Tricky, Terranova, Cinematic Orchestra oder auch Trentemoeller zeichnen auch eine geheimnisvolle und verträumte Wärme und Tiefe des Duftes. „Lucent“ beginnt mit einem der Highlights „The Indian“ beschwingter, wenngleich ähnlich geheimnisvoll. Kein platter Vocal-House sondern elegante Disco Grooves bieten genug Tiefe, um sich vom undezenten Kommerz à la Modelcasting Sendungen abzuheben. Mit nicht mehr ganz so neuen Perlen von Walter Jones, Tensnake, Holy Ghost oder Lindstroem wird Audiovisual Couture nicht nur den Ansprüchen an den Catwalk Soundtrack einer Designerin gerecht. Das leicht zu unterschätzende Album können wir auch Liebhabern anspruchsvoller, elektronischer Musik wärmstens ans Herz legen!

VÖ: 15. Februar 2010 | Label: Conte de Conteur
Michael Fakesch - Exchange

12 Jahre lang war Michael Fakesch mit Christian de Luca als „Funkstörung“ unterwegs, machte mit seinen Remixen, u.a. „Reunited“ (Wu Tang-Clan) oder „All is Full Of Love“ (Björk), auf sich aufmerksam. Nachdem das Gespann sich 2006 trennte, konzentrierte sich Faskesch auf Sounddesigns für Werbung (u.a. Toyota, Sony, Vodafone, Kia, Philips) und vertonte Filme. Aber natürlich nicht nur. Parallel dazu arbeitete er weiterhin an Neuabmischungen bekannter Tracks – und eben diese gesammelten Werke sind jetzt auf Fakeschs eigenem Label „musik aus strom“ erschienen. Auf „Exchange“ finden sich 17 dieser Auftragsarbeiten für andere Künstler, die meisten davon unveröffentlicht. U.a. dabei: Mr. Oizo, Raz Ohara, Notwist, Towa Tei (ehemals Dee Lite), Südenfed, Bomb The Bass und Hextatic, um nur mal die bekanntesten Namen zu nennen. Und wie man es aus „Funkstörung“-Tagen kennt sind Fakeschs Neuinterpretationen zwar eigenwillig und vielschichtig, verlieren dabei aber die Essenz der Ausgangstracks nicht aus dem Auge. Von energiegeladenen Electrofunk-Nummern mit souliger Anmutung über knarzig-treibende Reduktionen bis hin zu Breakbeats ist so ziemlich alles aus Fakeschs Repertoire dabei. Eine schöne, abwechslungsreiche Remixcompilation, durch die sich ein roter Faden zieht. We like!

VÖ: 5. März 2010 | Label: musik aus strom

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