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Rubrik:Musik, Kolumne
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Flotter Dreier: Miike Snow, RJD2, Sido
Musik, Musik, Musik... Täglich flattern neue Scheiben ins Nachtagenten Büro. In der Rubrik "Flotter Dreier" werden die besten Veröffentlichungen kurz und knackig vorgestellt. Dieses Mal mit einem bunten Trip Querfeldein mit Elektropop aus Schweden von Miike Snow, Dicke Beats von RJD2 und dem vierten Album von Sido.

Miike Snow gelten seit Monaten wegen ihrer beiden Singles „Animal“ und „Black & Blue“ als schwedische Überband dieses Jahres. Dabei sind sie eigentlich keine Newcomer. Hinter Miike Snow stecken immer-hin die Grammy Award Gewinner Christian Karlsson und Pontus Winnberg aka Bloodshy & Avant - ihres Zeichens bekannt durch astreine Popproduktionen nach bester, nüchtern aber effizienter Ikea Manier für Britney, Madonna, Kylie, J-Lo etc. Für das gleich-namige Debüt Album ihrer eigenen Band engagierten die beiden Studio-Tüftler mit Andrew Wyatt einen talentierten Sänger mit toller Stimme. Die insgesamt elf abwechslungsreichen Pop Songs sind modern produziert und mit einer guten Portion Electro garniert. So klingt das Album durchweg eingängig wenn auch manchmal ein wenig zu poppig. Kein Wunder, dass die beiden auf dem Album enthaltenen Remixes von Mark Ronson und Tiga den bereits guten Singles eine Extra-Würze geben. Weitere Highlights sind „Song For No One“ und „A Horse Is Not A Home“. Unbedingt mal reinhören!
VÖ: 3. November 09 | Label: Sony UK

RJD2 gilt als einer der besten Undergound Hip Hop Produzenten überhaupt und hat mit den Größen der Szene bereits zusammen gearbeitet. Seit Jahren warten seine Fans auf ein neues Album, das nun laut seiner Webseite doch erst 2010 erscheinen soll. Um das Warten zu verkürzen, veröffentlichte er ein limitiertes LP Set mit dem Namen „2002-2010“, das durch die neue EP „Tin Foil Hat“ mit sieben unver-öffentlichten und brillanten Tracks überrascht. Das Multitalent - er spielt alle Instrumente selbst ein – zeigt die gesamte Bandbreite seines Könnens. Abstrakter Hip Hop, Trip-Hop oder auf einem tollen Brazil Sample aufgebauter Lo-Fi Track (The Highest Of Courts). Für alle Kopfnicker ist mit „The Move“ ein richtig dicker Track mit Vocals von „Tage“ dabei. Die EP macht Appetit auf das fast fertige Album, das noch im Ersten Halbjahr 2010 erscheinen soll.
VÖ: 20. Oktober 2009 | Label: RJ´s Electrical Connections

Sido… Oh Sido – zuerst die Maske ab und die Popstars Sache, dann ständig in der Bild! Zeitung und nun das Ossi Geständnis. Sido war mal
Galionsfigur des Plattenlabels Aggro Berlin und galt nach dem Hit „Mein Block“ als Westberliner Rap- Ikone. Nachdem das Label Aggro Berlin dieses Jahr am 1. April aufgelöst wurde (immer noch kein Aprilscherz!) scheint davon nicht mehr viel übrig. Mit seinem 4. Album „Aggro Berlin“ legt er endgültig seine Maske ab und konserviert dies theatralisch im Intro durch ein Streitgespräch mit seiner Maske für die Nachwelt. Was auf dem Album folgt erinnert nur selten an den Sido der besten Tage. Immerhin, er rechnet in „Sido“ mit seiner Popstars Eskapade und dem Business ab. Mit „Hey Du!“ folgt das Outing als Ossi und er erzählt aus seiner Jugend. Insgesamt oft zu polemisch und man vermisst seine unbekümmerte und versteckte Ironie der alten Tage. Sido beschäftigt sich vor allem immer noch mit sich selbst („Ich bereue nichts“, „Marie Und Janna“) liefert aber auch sehr ordentliche Tracks ab (v.a. „Seniorenstatus“ feat. Sammy Deluxe). Wer schon immer mal Sido singen hören wollte, sollte unbedingt mal „Schlampen Von Gestern“ anhören. Sido wird auch mit diesem Album wieder polarisieren.
VÖ: 30. Oktober 2009 | Label: Universal





