Flotter Dreier: Massive Attack, Delphic & Dr. Rubberfunk
Musik, Musik, Musik... Täglich flattern neue Scheiben ins Nachtagenten Büro. In der Rubrik "Flotter Dreier" werden die besten Veröffentlichungen kurz und knackig vorgestellt. Dieses Mal mit dem lang erwarteten Album von Massive Attack, Delphic & Dr. Rubberfunk.
Die Erwartungshaltung ist groß, kommt mit Heligoland doch nach sieben Jahren Winterschlaf endlich das ersehnte, fünfte Studioalbum der Großmeister des Trip Hop Blues auf den Markt. Und von leichter Kost kann man wahrlich nicht sprechen. Aber das erwartet man bei Massive Attack wohl auch kaum. Das neue Ablum wird sowohl unter Fans als auch unter Kritikern die Geister spalten. Doch man darf die neue Scheibe auf keinen Fall vorschnell nach dem ersten Hören in die Ecke stellen oder gar in eine Schublade stecken. Damit würde man den vielseitigen und klassischen Arrangements auf keinen Fall gerecht werden - erschließt sich die musikalische Komplexität doch erst mit mehrfachem Hören. Düster, schwermütig und erdig klingt es auf Heligoland. Doch will man sich nicht komplett der Melancholie hingeben, nur sehnsuchtsvoll diesem Gefühl nachgehen, die Tiefe ausloten und die Dunkelheit erahnen. Man sollte davon absehen, Heligoland mit seinen Vorgängern zu vergleichen. So schwer es ist, die Erwartungshaltung sollte beiseite gelegt und die Gehörgänge auf den Status „Unbekannter Interpret“ gestellt werden. Denn dann kann man die Scheibe auch als das erkennen, was sie ist: keine Sensation, keine Offenbarung, sondern einfach nur ein unaufdringlich schönes Album!
Electro-Indie wurde als die Musikrichtung auserkoren, um die man zukünftig nicht mehr herumkommen wird. The „next big shit“ sozusagen! Das perso- nifizierte Pendant dazu ist Delphic. Eine junge Band aus Manchester, die mit ihrem Debut „Acolyte“ offensichtlich den großen Wurf machen wird. Noch läuft die Band unter dem Label „Noch-so-ne-80er-Band“ doch der Sound der in Berlin produzierten Musik verspricht Nachhaltigkeit. Tanzbarkeit stand definitiv nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, Kreativität und Tiefgang dafür wohl umso mehr. Man tut sich schwer sich zwischen avantgardistisch und melancholisch zu entscheiden. Ein bisschen von allem irgendwie. Dennoch bleibt es ein starkes Album, welches sich kreativ an den 80er-Synthies bedient, neue Klangfarben heranträgt und Potenzial auf die Platte 2010 hat. No „Doubt“…
Die Medizin des Dr. Rubberfunk besteht aus ein wenig Hip Hop, einer Portion Jazz, einer Einheit Disco, einer Brise Retro Feeling und zwei großen Portionen Soul und Funk. 2008 war das Jahr, in dem sich Dr. Rubberfunk der Jalapeno Familie anschloss. Für sein drittes Album "Hot Stone " hat sich Herr Doktor promt talentierte Assisten geschnappt. Vocals statt Samples lautet die Devise. Überaus stimmungsaufhellend ist das Ergebnis geworden, perfekt für dunkle Februar-Tage, wo es die Sonne nicht durch die Wolkendecke schafft. Die Beats sind catchy und abwechslungsreich, dennoch mit einer unver- wechselbaren Lässigkeit ausgestattet. Eine musikalische Massage für die Ohren!
Ick sag nur "alle Daumen hoch" für die Platte von Delphic! Wiedermal seit langer Zeit eine die für mich von vorne bis hinten absolut klasse klingt! Favs: Clarion Call und Acolyte
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