Musik, Musik, Musik... Täglich flattern neue Scheiben ins Nachtagenten Büro. In der Rubrik „Flotter Dreier" werden die besten Veröffentlichungen kurz und knackig vorgestellt. Dieses Mal mit Eels, Soul aus England von Plan B und !!!
Nicht einmal ein halbes Jahr ist seit der Veröffentlichung von End Times vergangen, da kommt mit Tomorrow Morning schon der letzte Teil der sehr persönlichen Trilogie heraus, die primär vom Kopf der Band Mark Oliver "E" Everett geprägt ist. Nach vergnügten, rockigen Liedern über die Liebe auf Hombre Lobo und der Härte zwischenmenschlicher Gefühle auf End Times ist es nun wieder an der Zeit, die Trauer abzulegen und hoffnungsfroh in die Zukunft zu blicken. Somit finden Eels mit dem neuen Album den Weg zurück ins Licht, zurück ins Leben. Und damit auch auf die Bühnen dieser Welt, denn es steht eine umfassende Tour an. Auch in Deutschland darf man sich darauf freuen, live an den mit der Musik unglaublich treffend beschriebenen Gemütszuständen teilzuhaben!
VÖ: 20. August 2010 | Label: E Works/Cooperative Music
Der Name Plan B klingt irgendwie nach Alternative, nicht nach der ersten Wahl. Doch der Sound, den uns Ben Drew aka Plan B auf seinem neuen Album „The Defamation of Strickland Banks“ präsentiert, ist weit mehr als zweitklassig. Deutschland hinkt mal wieder ein bisschen hinterher, in seinem Heimatland England kam die Scheibe bereits vor vier Monaten auf den Markt und besetzte in der Zeit einige Wochen sogar die Pole Position. Dass der Londoner mit seinem zweiten Album jetzt auch hierzulande die Gehörnerven trifft, liegt einerseits vielleicht an dem grandiosen Video zu seiner ersten Single „She Said“, andererseits wohl auch an der Wandlung vom Rüpelrapper zum Soulsänger. Das Vorgängeralbum „Who Needs Actions When You Got Words" beschreibt noch recht unverblümt das „wahre, harte Leben Londons” und wurde somit der musikalische Albtraum der britischen Konservativen. Aber es scheint, als hätte Ben Drew nicht nur dieses Image, sondern auch gleich ganz den Hip Hop hinter sich gelassen. Das aktuelle Album lässt Motown wieder aufstehen, präsentiert feinen, abwechslungsreichen Soul. „Uh Soul, wie innovativ“, werden einige denken, „noch einer der auf den Vintage-Zug aufspringt“. Doch Plan B macht Soul, als hätte er nie etwas anderes getan. Ganz unverkrampft wurde hier Musik produziert, die immer auf den Punkt passt. Plan B sollte definitiv Plan A beim Plattenkaufen werden – sehr empfehlenswert!
Die Band mit dem schönen Namen Ausrufezeichen Ausrufezeichen Ausrufezeichen (gesprochen Chk Chk Chk) veröffentlicht ihr mittlerweile viertes Album. „Strange Weather, Isn't It?“ zu kategorisieren fällt erstmal schwer, das ganze bewegt sich irgendwo zwischen Pop (im positiven Sinne), Indie, einer Portion 80er Synthie Sound und Minimal-Electro. Dabei stehen die elektronischen Komponenten eindeutig im Vordergrund. So packen die Grooves packen den Hörer vom ersten Moment an und lassen ihn so schnell nicht mehr los. Aufgenommen wurde teilweise in Berlin, um die düstere Energie der Hauptstadt einzufangen - und das ist gelungen. Oberflächlich poppig und glänzend, schwingt doch ein dunkler Unterton durch das Album, der es erst richtig interessant werden lässt und es von genregleichen Platten abhebt. Durch und durch empfehlenswert. Anspieltipps sind die erste Single „AM/FM“ und „The Hammer“, dessen Beat so schnell nicht mehr aus dem Gehörgang verschwindet. Auch live sind !!! empfehlenswert und im Herbst in Deutschland unterwegs.