Musik, Musik, Musik... Täglich flattern neue Scheiben ins Nachtagenten Büro. In der Rubrik "Flotter Dreier" werden die besten Veröffentlichungen kurz und knackig vorgestellt. Dieses Mal mit Crookers, Lduacris und Kasper Bjørke.
Gästeliste für alle! So hieß wohl das Motto der Hau-drauf-Italiener. Waren die bisherigen Veröffentlichungen der Crookers eher instrumental, so fährt das Debütalbum mit einer enormen Vocalpräsenz auf. Unterstützt werden die Jungs dabei von einer nicht zu verachtenden Riege des Pop, Hip Hop und Electro. So gibt sich mal Will.i.am die Ehre und rappt ein paar Zeilen, Kelis singt lasziv auf verzerrte, dubbige Beats oder Soulwax liefert Unterstützung. Doch kein Wunder, dass nach dem Überhit "Day N Night" der Run auf die Jungs losging. Normalerweise stellt man an ein Album den Anspruch eines Konzeptes, eines roten Fadens. Den sucht man hier vergebens, denn Crookers widmen sich sämtlichen Musikstilen, sei es Hip Hop, Pop, Dubstep, House, Dancehall, RnB oder eben Electro. Dennoch ist dieses Album definitiv für den Club konzipiert, hier muss nichts aufeinander aufbauen, es steht jeder Track für sich. Mit „Tons Of Friends“ bedienen Phra und Bot sämtliche Geschmäcker, den Underground genauso wie den Mainstream. Große Platte!
VÖ: 12. März 2010 | Label: Ministry Of Sound
Battle of the Sexes war ursprünglich als ein Kollaboalbum mit seiner Rapkollegin Shawnna gedacht. Als diese aber das Label verließ, entschied sich Ludacris, das geplante Projekt alleine durchzuführen. Für den Geschlechterkampf holte er sich unter anderem Eve, Monika, Trina und Lil Kim ins Studio. Dennoch steht bei den Texten eindeutig das männliche Geschlecht im Vordergrund. Typisch für Luda eben, der damit seiner selbstverliebten Linie treu bleibt. Die Beats stammen unter anderem von Swizz Beatz und The Neptunes und lassen es richtig krachen. So ist das Album gefüllt mit Dirty South-Sound, über die der mittlerweile 32-jährige technisch perfekt flowt. Seine sauber gerappten Doubletime-Parts sprechen für sich und ergänzen sich gut mit dem Mix zwischen RnB und Hip Hop. Viele Drums, verzerrte Synthies und ein narzisstischer Rapper auf hohem Niveau – nicht unbedingt etwas neues, aber Pflicht für Dirty South Liebhaber.
Skandinavien ist seit jeher für ihre Exporte in Sachen Musik bekannt – sei es nun Abba, Trentemøller oder Who Made Who. Mit Kasper Bjørke findet sich nun ein weiterer Exportschlager. Der Däne mischt bereits seit Ende der 90er Jahre als DJ und Produzent in der Kopenhagener Elektronik-Szene mit. Mit seinem zweiten Album Standing On Top Of Utopia gibt er ein erstes Statement ab, was die Musikhighlights für das Jahr 2010 betrifft. Facettenreich und bunt schillernd baut er sein Utopia. In den Häuserzeilen reihen sich pulsierende Post-Disco-Klänge, Electro-Pop-Wellen, dunkle, elektronische Club-Tools und New Wave-Elemente aneinander, ohne dabei nach Stilbruch auszusehen. Kühle, analoge Synthies gehen Hand in Hand mit wechselnden Vocals und Instrumentals stimmen das ganze fein zu einer schönen Skyline ab. Bjørkes Utopia stellt das musikalische Können des Dänen unter Beweis – es ist bunt, extravagant und innovativ. Und ziemlich genau das, was wir uns als Soundtrack für die ersten zarten Frühlingsgefühle wünschen. Definitiv kaufen!
VÖ: 15. Februar 2010 | Label: hfn music