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Rubrik:Kultur
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Buchvorstellung "Er ist wieder da"

Im Oktober 2012 erschien der Roman "Er ist wieder da" von Timur Vermes und erreichte bereits an Weihnachten den 1. Platz in der Bestsellerliste. In den Buchhandlungen liegt er gleich vorne, gegenüber dem Eingang, und die weiße Titelseite mit schwarzem Haar und Seitenscheitel, sowie dem bekannten "Bärtchen" zieht die Blicke auf sich. Manch einer traut sich erst mal nicht an das Buch heran, aber beim genauen Hinsehen, zerfällt der Bart und bildet die Worte "Er ist wieder da". Spätestens jetzt ist klar, dass es sich um eine literarische Satire oder um ein Comedy über Politik handelt.
Informationsflut als Propagandatrick?

Der Journalist und Schriftsteller Timur Vermes lässt Hitler wieder auferstehen - mitten in einer Baulücke in Berlin im Jahr 2011. Verwirrt blickt er um sich und findet keinen Krieg und keine Eva, spricht aber noch so wie früher und denkt auch so. Er erlebt ein modernes Berlin mit Ausländern, Euros und Frau Bundeskanzlerin Merkel. Jeder der ihn kennenlernt hält ihn für einen Schauspieler, der mit Witz und viel Talent den Diktator imitiert. Eine zweite Karriere bahnt sich an, als ein Privatsender ihn entdeckt und ebenfalls der Meinung ist, er sei ein Parodist und Schauspieler, der seine Rolle so ernst nimmt, dass er sie nie verlässt. Und schon ist ein neuer Star geboren, der sehr erfolgreich seine Türken-Vorstellung im "Internetz" präsentiert. Trotzdem sucht er noch nach einer Erklärung für seine verschollene Armee und seinen verschwundenen Bunker. Wie so oft ist die Tageszeitung mit den vielen Bildern erst gegen ihn und bejubelt ihn später und für Hitler ist es normal, die Massen zu faszinieren. Die ersten Auftritte im Fernsehen sind Kommentare, die "vom Volk" als Satire verstanden werden und in Straßenumfragen verfällt er in sein bekanntes Muster als Ankläger von rasenden und telefonierenden Autofahrern oder Lebensmittelskandalen und er meint es ernst, seine Zuhörer jedoch versuchen, die ironische Seite zu erkennen. Vermes beschreibt Hitler als Mann mit Humor, der die Mediengesellschaft mit Seitenhieben traktiert und dadurch oft verharmlosend dargestellt ist. Und er schreibt im hitlerischen Ton, der sehr an "Mein Kampf" erinnert, aber diese seitenlangen Ausführungen seiner Gedankengänge machen das Buch teilweise anstrengend.
Buch, Hörbuch oder Film?

Der Kinofilm "Er ist wieder da", der im Oktober 2015 startet, geht zwar auf den Roman von Timur Vermes zurück, wird aber nicht 1:1 auf die Leinwand übertragen. Er ist mit dokumentarischen Szenen ergänzt, in denen Hitler auf teilweise prominente Bürger trifft.

Christoph Maria Herbst ahmt, im Hörbuch von "Er ist wieder da" den Dialekt und die Sprechweise von Hitler mit dem rollenden R sehr überzeugend nach und gestaltet das Hörbuch zu einer intelligenten und witzigen Satire. Man gewinnt den Eindruck, dass Hitler wirklich so reagieren würde, wäre er tatsächlich auferstanden, aber es macht gleichzeitig nachdenklich darüber, ob 2012 doch so nahe an 1930 liegt?

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