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Rubrik:Szene, Interview
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Berlin Calling: Paul Kalkbrenner im Interview
Anlässlich des Kinostarts von "Berlin Calling", dem neuen Film von Regisseur Hannes Stöhr, wir berichteten an anderer Stelle bereits ausführlich, hatten unsere Redakteure Marco und Jessica die Möglichkeit ein Interview mit dem Hauptdarsteller und DJ Paul Kalkbrenner zu führen. Lest selbst was Paul zum Film, zur Berliner Electroszene und zum Thema Drogen beim Feiern zu sagen hat.

Paul Kalkbrenner: Da hab ich gestartet, ja.
Marco: Bist du nicht ursprünglich aus Leipzig ?
Paul: Aber sehr ursprünglich, da bin ich nur ein paar Monate alt geworden. Ich hab auch keine Beziehung mehr dahin.
Marco: Und wie kommst du vom DJ'ing zum Schauspielern heute ?
Paul: Das war vor ein paar Jahren, Hannes Stöhr, der Regisseur, von dem kannte ich ja auch schon seine anderen Filme und fand die ziemlich gut, der fand halt mein letztes Album irgendwie klasse. Der sagte, das ist cineastisch, da ist Dramaturgie drin und Verständnis für... dit erzählt ne Geschichte und dann haben wir uns einfach mal getroffen... einfach so mal auf einen Kaffee und er hat mir erzählt von so einer damals noch ganz in der Entstehung befindlichen Story über son' Künstler der da Musik macht irgendwie. Und ich war am Anfang so ne Art Consultant und hab ihm halt erzählt, wie lebt so'n Typ, wat macht der eigentlich den janzen Tag, macht der überhaupt wat... und dann irgendwann hat er gesagt "Mach doch mal vielleicht für den Soundtrack n paar Songs oder machste dann den ganzen Soundtrack am Ende?". Dann saßen wir noch 2 Jahre am Drehbuch. Ich war sozusagen in detailtechnischberatender Funktion da zugange, weil natürlich so'n Drehbuch, sone Story, das große Ganze kann natürlich nur er, aber damit das natürlich so authentisch wie möglich wird, auch die Gespräche die man so führt, in so nem Office in so nem Label, eben diese Details und so. Und dann hat er irgendwann gesagt "Ey du musst den spielen." Die Entscheidung dafür fiel aber in Gesprächen in denen es nicht um den Film ging. Also wir sind Kumpels, gute Freunde mittlerweile... wir unterhalten uns auch über...
Marco: Hat dich Hannes im Club beobachtet ?
Paul: Ja er ist manchmal mitgekommen und natürlich ist die Rolle ein bisschen in meine Richtung entwickelt, aber er wusste schon relativ früh, er möchte nicht über einen Dj was machen, sondern über jemanden der da an nem Rechner seine Musik macht und das dann mit auf die Bühne nimmt und da live spielt.
Marco: Glaubst Du, dass performen im Club auch was mit Schauspiel zu tun hat ?
Paul: Müsste eigentlich! Es gibt zu wenige die ne gute B-Note haben.
Marco: Wo stufst Du Dich ein ?
Paul: Ich hab ne sehr gute B-Note. Die ist sogar besser, als die technische A-Note. Also man muss schon bisschen ne Show abziehen. Es gibt viele gute Live-Acts, die halt leider nur nen Laptop und nen Controller haben und sozusagen ihr Blickpunkt ist gefixed auf so'n Screen. Sieht nicht so toll aus. Deswegen ist n DJ meistens sexier, weil er eben keinen Fixpunkt hat, wo er kucken muss, sondern eben immer frei is mit seinem Blick. Ich hab zwar n Laptop auf der Bühne, aber der steht nur an der Seite. Ich spiel also sozusagen auch analog an nem Mixer wo Audio drauf läuft.
Marco: Ist es Dir schwergefallen die "Druff"-Szenen zu spielen ?
Paul: Die welchen Szenen ... ?
Marco: ..die "Druff"-Szenen ... Drogen ...
Paul: Öööh, (holt tief Luft) ... , nö eigentlich nicht, also... man muss natürlich so nen Charakter, so ne Rolle, das heisst alle Szenen so'n bisschen überzeichnen, sonst... , ...sonst kommt die Story eben nicht rüber. Also das war relativ einfach, also gerade die Sachen wo man n bisschen abspasten muss und so. Nee war nicht schwer.
Marco: ..das kommt von der Cluberfahrung halt (lacht)
Paul: (lacht) jahrelange Erfahrung ...
Marco: wir verstehen uns!
Paul: Also sagen wir mal so, ich habe schon n Haufen Leute gesehen. Ich hab auch schon krassere gesehen. Man muss sie nur genau studieren, dann ... klappt das schon.
Marco: Ihr habt mit dem Drogenzentrum Berlin zusammengearbeitet um einige Szenen authentischer wirken zu lassen. Wie hat diese Zusammenarbeit genau ausgesehen?
Paul: Nicht nur mit denen. Also wir haben auch versucht das so realistisch wie möglich darzustellen. Diese hohe Fluktuation, Leute laufen da durch, da wird einer von der Polizei abgeholt ... Viele Szenen sind auch rausgeschnitten worden. Wir hätten auch einen 280 Minuten Film machen können und jeder Figur in der Klinik noch ne größere Rolle einräumen können, aber leider muss man sich dann irgendwie beschränken. (holt Luft) Ja, wir haben uns im Vorfeld der Dreharbeiten solche Häuser zur genüge angeschaut, damit wir auch so diesen Flow wiedergeben... das hat schon was beängstigendes. Also da sind selbst junge Leute, die so auf THC nicht klarkommen und da einfach entziehen, die paranoid werden, die damit nicht klarkommen. Gibts alles.
Marco: Berlin Calling, der Film vermittelt ja schon 'Gute Laune'.
Paul: Unter anderem.
Marco: Er zeigt ja schon den momentanen Standpunkt wie es in Berlin abläuft...
Paul: ..gutes Zeitportrait sagste...
Marco: Jetzt fragt man sich natürlich, wie der Film auf einen Außenstehenden wirken soll. Soll er eher als Aufklärung verstanden werden, oder soll er abschreckend wirken ?
Paul: Nein, der Film soll ein Zeitportrait sein. An der Situation wie irgendetwas ist, wie eine Drogenszene funktioniert, oder wie bestimmte Sachen sind, kann ein Film sowieso nichts dran ändern. Aber der Film kann genau hinschauen. Das ist was er machen kann. Und komischerweise, wir hatten ja Testscreenings nach der Fertigstellung, wir haben sozusagen den Durchschnittsbundesbürger ins Kino gelotst und komischerweise gerade die Leute, die damit nichts zu tun haben, die noch nie... die überhaupt nichts wissen, die so in Berlin wohnen, aber von dem Berlin was wir da zeigen noch nichts gesehen haben, gerade die sagen "Mensch, das hätten wir ja garnicht gedacht. Wir dachten immer Techno is so 'ditditdit' ... wir hätten nicht gedacht, dass man das so ernst meinen kann". Also von den Leuten, die am wenigsten damit zu tun haben, kam sozusagen die am wenigsten detailreiche positive Kritik. Sozusagen "Toll, hätten wir nicht gedacht." und so. Ansonsten... soll der Film aufklären ? Ja, er soll aufklären in dem Sinne, also wir heben ja nicht den Zeigefinger und sagen "Nehmt keine Drogen", aber wenn ihr Drogen nehmt, informiert euch wenigstens ein bisschen. Da ist n Haufen Schund unterwegs...
Marco: Da kommen wir zu der nächsten Sache..., die Hanfparade 2008 lief ja unteranderem unter dem Motto "gegen Gift in Drogen". Hast Du die Hanfparade besucht dieses Jahr ?
Paul: Nein, leider nein, wann war die ?
Marco: Vor ungefähr einem Monat..
Paul: Da war ich wahrscheinlich nicht da, vermutlich an einem Wochenende ?
Marco: ...würdest Du so etwas unterstützen ?
Paul: Ja, natürlich!
Marco: Siehst Du Dich nicht auch in der Rolle des DJ Ikarus ?
Paul: Ja wir haben ja auf unseren Webseiten auch so "Clubculture against GHB", da gibts ja mehrere Seiten und so, und auch Seiten wie "Partypack". Wir sagen nicht "Leute, nehmt keine Drogen", aber "informiert euch wenigstens ein bißchen!". Jetzt gibts so neue Pillen, irgendwie mit MPPC.
Marco: MDMA
Paul: Ja, ..PMA, was wir da zeigen und so, aber neu is auch MCCP. Eigentlich Nervengifte! Hochtoxische Sachen! Drogen nehmen is ja die eine Sache, aber wenn da irgendwie Gift unterwegs ist, dann erreicht das nochmal ne völlig neue Qualität! Das ist doch Scheisse!

Paul: (grinst) ..da treffen Welten aufeinander...
Marco: Glaubst Du, dass Religion und Rave zusammenpassen ?
Paul: (lacht) Das ist ja das Ding mit dem Vater., die sind sich so ähnlich! Beide machen Musik und hören sich bloss seit Jahren gegenseitig nicht zu. Das ist natürlich ne Mega-Provokation wie die da in die Kirche gewankt kommen und Hannes hatte so'n Riesen (fuchtelt mit den Händen) na wie so ne Art Storyboard, wo immer die Überschriften drin standen, und eine davon war: "Kirche leer, Club voll!"
Marco: Würdest Du gern mal einen Kirchenrave machen ?
Paul: Definitiv! 'Gebrünn Gebrünn' muss ich einmal im Petersdom hören. Mindestens!
Marco: Was ist Dein Glaube ?
Paul: Ich bin eigentlich ein relativ rationaler Mensch, also ich brauche keinen Glauben. Ich glaube sozusagen an die Vernunft des Menschen und muss mir nicht mit etwas behelfen, wo ich ne Mystik drin lasse, irgendwas, was ich nicht erklären kann. Ne, brauch ich nicht!
Marco: Am Ende des Films kann man davon ausgehen, dass DJ Ikarus clean ist ?
Paul: Wer sagt das ? Vielleicht ist er noch clean. Ich weiss auch nicht was passiert, ich will da nichts reininterpretieren. Es ist ein offenes Ende..
Marco: ..er steht am Ende in der Maria mit Sonnenbrille...
Paul: Genau! (grinst)
Marco: Ok! In dem Film wird ja Drogenkonsum deutlich gezeigt. Es werden auch Drogen beim Namen genannt und der Film hat eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten... ?
Paul: Hat er! Wir haben von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat wertvoll bekommen, weil der Film für die Bewerter aufklärerisch ist! Nur, wenn man dieses "Prädikat wertvoll" hat, können Universäten oder Schulen den Film ausleihen. In einer bundesweiten Bibliothek kannst Du nur damit stehen und deswegen haben wir auch das FSK12 erhalten, was natürlich super ist.
Marco: Der Film spielt in Berlin ja unter anderem auch in der Bar25.
Paul: .. unter anderem..
Marco: ..und normalerweise sind ja gerade Bar25 oder Berghain hier in Berlin ein Zufluchtsort für viele...
Paul: ..aber wir sagen ja nicht, dass es die Bar25 ist. Wir nennen ja auch keine Clubs beim Namen, es ist einfach irgendwo.
Marco: ... aber es ist deutlich sichtbar...
Paul: ...aber nur für den, ders kennt..
Marco: ... das Maria-Logo ist deutlich erkennbar...
Paul: ...gut, selbst wenn man das Maria-Logo sieht... Wieviele Leute die diesen Film sehen werden, wieviele werden das sehen ... ich hoffe mal vielleicht werdens 200.000 in Deutschland... , die Leute, die die Bar25 oder die Maria vom eigenen Erleben kennen sind deutlich in der absoluten Minderzahl. Deswegen nennen wir auch keine Namen oder sagen 'das ist da und da' und haben auch keine echten DJ's beim Namen genannt. Es ist einfach eine fiktive Story im Berlin von heute.
Marco: Glaubst Du, dass die Berliner mit diesem Film so einverstanden sind ? Für Leute, die sich tatsächlich in dieser Szene bewegen ?
Paul: Also ich habe noch keinen Film gesehen, in dem man so realistische Clubszenen gesehen hat, wie in der Maria. Ich habe noch keinen einzigen Spielfilm gesehen, nur Dokus. Auf 35mm hab ich noch keine anständige Raveszene vorher gesehen.
Marco: ..der Vergleich zwischen 'Feiern' und 'Berlin Calling' liegt natürlich nahe..
Paul: Ja, aber das ist ja ein Dokumentarfilm. Das hat ja nichts mit uns zu tun! Wir erzählen ja ne richtige Geschichte! Natürlich zeigen wir Techno und die Drogen und das Feiern-Dings, aber die Story, die wir erzählen, ist ja eine, zwei, drei Ebenen darüber, viel universeller! Die könnte man auch mit nem Rockmusiker oder mit nem Bildhauer erzählen. Wir haben immer gesagt, der Techno und die Drogen und das Party-Ding, das ist nur der Pinsel mit dem wir unser Bild malen, weil die Story die wir erzählen ist universeller. Da gehts um Kunst und Wahnsinn, da gehts um Freundschaft und Hoffnung und um richtig verkacken und am Ende auch um Liebe. Also, wenn mich jemand mit sonem doofen Doku-Film vergleicht, da hab ich dann schon was dagegen.
Marco: Hm Ok.
(kleine Pause)
Paul: (lacht) jaja, is schon okay...
Marco: (lacht) War das jetzt schlimm ?
Paul: Nein, aber das musste mal gesagt werden.
Marco: Wessen Wohnung habt Ihr da eigentlich auseinander genommen, mit dem Mayday-Poster ?
Paul: Das war alles gesettet. Wir hatten ja zum Glück so ein hohes Budget, dass wir alles, selbst die Wohnung von dem Dealer, wo letztendlich nur ein Drehtag gedreht wurde, wurde komplett leer gestrichen und dann eingeräumt von unserem Ausstattungsdepartment, also schon amtlich.. Die Szene in dem Office konnten wir natürlich nur einmal drehen, weil danach das alles kaputt war. Und vor allem im vorderen Bereich wo auch noch so iMacs stehen, die nur geborgt waren von Apple und so. Da durfte von den Sachen vorne nichts kaputt gehen, das war schon schwierig.
Marco: Läuft denn die Label-Arbeit wirklich so hart ab, dass der Druck so immens ist ? Das war ja schon sehr deutlich in dem Film.
Paul: Ich denke, dass es viele Labels gibt, wo das so abläuft. Bei BPitch ist es jetzt nicht so, aber Hannes hat auch richtig darauf geachtet, dass wir da eben keine Ellen haben und dass das Label nicht so BPitch-mässig ist, wo das eben viel freundschaftlicher läuft, wo jeder so reinkommt und wir Dinge so besprechen, sondern eben als Gleichnis. Es könnte auch anders sein, ob das jetzt Techno-Musik ist, oder sonstwas, wo es um was geht, wo man Verträge hat, wo man seine Musik abzuliefern hat, und wenn die nicht gut ist, dann ist die nicht gut und dann muss man sich da nochmal ransetzen. Natürlich, ich denke schon, dass Leute, die, sagen wir mal jetzt nicht auf dicken, jahrelangen Verträgen sitzen dafür falten müssen, dass da schon ein grosser Druck herrscht. Und ich denke schon, dass sich n Haufen Leute in der Figur von dem Ikarus wiedererkennen, die eben zuhause sitzen, davon überzeugt sind, dass sie gut sind, rumfrickeln, aber eben noch nicht soweit sind. Und das ist ja auch der Hauptunterschied zwischen mir und dem Ikarus! Klar ist der talentiert, der spielt auch schon auf guten Partys, aber der würde vielleicht gern mal so werden, der ist noch längst nicht da! Und ich denke, dass viele zuhause sitzen, mit Plattenspielern, mit Ableton mit dem ganzen, mit allem (lacht). Jeder! Natürlich. So wie früher vor 30 Jahren eben alle ne Gitarre zuhause hatte und jeder wollte Rockstar sein, jetzt haben se alle n Computer oder n Plattenspieler. Und deswegen denke ich, dass der Film einigen aus der Seele sprechen wird, weil es ist schon nicht leicht. Das wollen wir auch mal ganz Klipp und Klar sagen. Es ist alles anderes als easy.

Paul: Es wird der Soundtrack! Es wird eins zu eins der Soundtrack. Wir haben lange überlegt, weil ich hab mich n bisschen dagegen gesträubt da nochmal ne CD rauszubringen, wo glaube ich schon 5 Tracks veröffentlicht sind, aber ich hab mich angefreundet mit der Idee. 95% der Leute, die in den Film gehen, kennen das nicht. Die haben sich das Vinyl vor 2 oder 3 Jahren nicht gekauft und für die machen wir das und das muss man auch einfach so machen.
Marco: Eine Compilation sozusagen ...
Paul: Ist eins zu eins der Soundtrack, mit allen neuen Songs die drin sind auch mit allen alten Sachen.
Jessica: Kennst Du 'The Clash' ?
Paul: Die Band ?
Jessica: ..die haben damals den Song "London Calling" gemacht... Hat das Ganze einen Bezug dazu ?
Paul: Für Hannes schon, für mich nicht so sehr. Hannes wollte schon so'n Portrait der Stadt und der Zeit. Vielleicht war 'London Calling' für ihn so'n Vorbild. So'ne bestimmte Stimmung von so'ner Jugendbewegung in ner bestimmten Stadt zu ner bestimmten Zeit einzufangen. Und das haben wir auch versucht! Das man den in 20 Jahren rausholt und sagt "Ey Mensch echt, so ist das gewesen." Weil man ja auch immer denkt, man würde irgendwie noch in den 90ern sein. So 'Techno, 90er, tralala', aber wenn man jetzt 10 Jahre vorher fahren würde, man würde die Stadt nicht wiedererkennen, man würde denken "Äh, das ist doch nicht Berlin." Also der Film spielt nicht in den 90ern, der spielt im Berlin, im Techno, von heute.
Jessica: ..weil das ja auch ne ganz andere Musikrichtung ist. "London Calling", das ist ja Rock'n'Roll, und in dem Film dreht es sich ja mehr um elektronische Musik.
Paul: Was ja nichts zu sagen hat. Die Story, die wir erzählen, sozusagen der Rote Faden, das Universelle, hätte man auch mit nem Musiker machen können, der ganz andere Musik macht.. oder mit nem ganz anderen Künstler. Also da gehts eher um die Widerstände, die man zu durchlaufen hat als Künstler, wenn man sich durchsetzen will. So um ganz normale Dinge, die irgendwie jeder durchlebt: Kumpels, Freundin, Probleme mit dem Vater, die Widersprüche die da drin stecken. Der beste Satz bleibt "Der Techno ist nur der Pinsel mit dem wir unser Bild auf die Leinwand malen."
Jessica: Sind denn Leute, die die gleichen Drogen nehmen auch gleich Freunde ?
Paul: (lacht) für kurz.
Marco: ..also ob das tatsächlich Freunde sind, die einen auch auffangen, wenns einem wirklich schlecht geht, aber 2 Wochen später wieder ankommen: "Ey, lass mal wieder weggehen" und dir gleich wieder ne MDMA anbieten.
Paul: Das ist ja das schlimme, da in so ner Gruppe immer einer, also wahrscheinlich, der gerade denkt 'Ich würde jetzt gern n bisschen weniger nehmen', aber das nie zeitgleich mit den anderen funktioniert. Und deswegen hauts meistens auch nicht hin. Schlimm! ...(kleine Pause). Sag mal, dürfen wir überhaupt über Drogen reden? Ist euer Portal denn ab 18?
Marco: ... die Clubleute sind alle über 18. Wünschst Du Dir Drogenaufklärung in den Clubs? Dass dort ab und zu ein Team steht und sagt, hier habt ihr mal ein Prospekt, dass könnte passieren...
Paul: Ich finde, das sind erwachsene Leute, die müssen wir jetzt nicht so mit der Nase drauf stuken, sondern ich finde, wenn man sich dafür interessiert und denkt, ich würde gerne ab und zu meine Partynacht mit paar Drogen verschönern, dann kann man sich wenigstens ein bisschen informieren. Das ist ne Tablette, wer weiss was da drin ist ? Und wenn die nicht blütenweiss ist, die Tablette, dann Pfoten weg! Irgend ne andere Farbe, ...gesprenkelt, ..oder irgendwas... ne, nicht! Gift! Gefährlich!
Vielen Dank für das Gespräch.
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