Jazzbar mit Ricky Lee Kroell

Beschreibung:
Kroell klingt im besten Sinne des Wortes erwachsen, singt mit einem schönen Ernst und einer feinen Melancholie und lässt uns teilhaben an geheimnisvollen, ambivalenten Botschaften über das Sich-Verlieben, das Verlassen-Werden oder das Festhalten und Loslassen. Das alles mit einer Stimme, die klingt wie Seide – kühl und doch warm, elegant und stilvoll. Das hat man selten, ganz selten, dass eine so junge Frau so abgeklärt singt. Sie kriegt Modulationen hin, die eigentlich unmöglich erscheinen, sie springt – ohne das es jemals tönt, als fahre sie im Aufzug hoch und runter – über Oktaven und Tonhöhen, die eigentlich so nicht singbar sind. Und das alles über einem mal zarten, mal beschwingten Klanggespinst, das ihre Band – namentlich: Luke Cyrus (g), Lorenz Heigenhuber (b), Andreas Keller (dr) – erzeugt. Ätherisch, ist wohl das richtige Wort für diese Art von Musik. Ein Amalgam aus Pop-Melodik, Jazz-Verständnis mit Anteilen von R&B und Soul.
Wenn man Rickie Lee dann kennen lernt, darf man erstaunt sein über ihre Jugend. Da sitzt einem eine 19-Jährige gegenüber – charmant, schön, fast etwas scheu –, die nur ahnt, welches Talent sie hat. Und natürlich ist sie familiär vorbelastet. Der Vater ist ein musikalisches Vollblut (Komponist, Schlagzeuger) und ließ seiner Tochter die beste musikalische Ausbildung angedeihen.
Die Fakten: Rickie Lee, geboren 1990 in New York, zieht vierjährig mit ihrer Familie nach München. Mit sieben Jahren erhält sie den ersten Klavierunterricht. Sie wechselt zu Geige und Schlagzeug mit 14. Jahren und gibt – um sich auf die Musik zu konzentrieren – ihre Tanzleidenschaft auf. Am musischen Pestalozzi-Gymnasium in München, wo sie 2009 Abitur macht, hat sie die Leistungskurse Englisch und Musik belegt. Die Experimentierphase: Schlagzeugerin bei Schülerbands und anderen Garagentruppen. Da sie sich fürs Abitur wieder intensiv mit dem Klavier beschäftigt, kommt etwas in Bewegung. Rickie Lee beginnt, Songs zu schreiben. Zwischendurch verschwindet sie und kommt mit Texten zurück, die aus einem fremden Universum zu kommen scheinen. »More To Me«, »Be There Soon«, »Call Me When It’s Over«, »All At War«, »Wide Open« oder »It Can’t Be That Bad« zeugen allesamt davon, dass hier eine reife Seele in einem jungen Mädchen wirkt.
Rickie Lee, die seit einem zweimonatigen Aufenthalt am renommierten Berklee College Of Music im Sommer 2009 genau weiß, dass Musik ihre Berufung ist, wäre – da muss man kein Nostradamus sein – in Amerika längst bei einem Jazzlabel unter Vertrag. Das wird herzulande vielleicht etwas länger dauern, aber eins ist gewiss: Den schwungvollen Namen dieser jungen Dame sollte man sich merken. Denn »looks, brains and talent« – das ist eine Kombination, die nicht aufzuhalten ist.
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