Die Registratur: Luciano
Beschreibung:
Endlich möchte man meinen. Wie lange ist es eigentlich her, dass LUCIANO einen Münchener Club bespielte? 3 Jahre? Gefühlte 10! Klar, er war auf der Galopprennbahn aber Festivals zählen ja nicht. Wobei, es könnte hier schon recht schnell zum Festival werden, wenn der CADENZA Cheffe hier zu den Toren hereinschneit, immerhin handelt es sich um das letzte, ich wiederhole: Das LETZTE Wochenende der REGISTRATUR in der Blumenstraße 28. Diese Location geht für immer (jetzt ist es raus) und der König erweist uns die letzte Ehre.
LUCIANO, zum ersten mal Gast in diesen heiligen Hallen, der Held einer ganzen ravenden Generation. Er ist zusammen mit Ricardo die Gallionsfigur von Techno der Nuller Jahre (obwohl er eigentlich ja House spielt) und die Mythen und Legenden, die sich von Ibizas unendlicher Afterhour her an seinem Bein hoch ranken, nimmt er gelassen. Den Status einer Ikone kann man offensichtlich auch ganz locker nehmen. Mit der Gründung von CADENZA war er 2003 jedenfalls der Entwicklung der Dinge meilenweit voraus, indem er tribalesken House mit konzentrierter Reduktion paarte – was ja bekanntlich einige Jahre später zum Status Quo kontemporärer Tanzmusik erklärt werden sollte.
Tausendschaften von Nachahmern probieren sich daran tagtäglich und scheitern bitterlich. Hört euch nur mal eine der gängigen Releases (klingt ja fast alles der Tendenz nach perkussiv) und direkt danach eine LUCIANO Nummer an. Groove ist eben nicht gleich Groove. Das wird sich auch mit dem jetzt erscheinenden Album seines AEther-Projects, das sich wieder einmal so größenwahnsinnig wie visionär gibt: Die CADENZA Artists REBOOT, MIRKO LOKO, LEE VAN DOWSKI, GREGORYTHME und LAPS an verschiedenen Instrumenten von ABLETON LIVE aus, zusammen mit dem Live Perkussionisten OMRI HASON, erzeugen ein klangliches Zusammenspiel, das vom Meister selbst koordiniert und verfremdet wird. Zusätzlich bekommt jeder Sound eine visuelle Entsprechung auf der überdimensionalen Videoprojektion zugewiesen. Synästhetische Reizüberflutung aus allen Rohren. Zukunftsmusik.
Als ich das ausgesprochene Vergnügen hatte, LUCIANO in diesem Jahr auf einer Dachterasse in Kontext der Sonar spielen zu hören, da wurde wieder schlagartig klar, warum diesem Knabe alles zu Gold wird, was auf seine Turntables fällt. Der arbeitet hinter den Decks. Wie bei James Holden beschrieben, baut auch LUCIANO während des Sets neue Loops, jagt Effekte über die Tracks und kreiert neue Stücke am laufenden Band. Nur ist seine Plattform eben House. Und zwar nicht nur minimaler Klöppelhouse, wie er an jeder Straßenecke wächst – in besagtem Set in Barcelona vermischte der Meister wieder einmal klassische Chicago-Housetracks der frühen 90er mit dem Besten, was dieser Tage in Plattenläden zu kaufen ist. Und mehr... immerhin verfügt LUCIANO gemeiner Weise über ein unfassbares Arsenal rarer Edits (die er sich wahrscheinlich zum größten Teil selbst gebaut hat), die es sonst nie zu hören, geschweige denn zu kaufen gibt. Als DJ ist der wirklich groß und dazu noch ein ziemlich rares Stück. Also liebe Arbeiter, nehmt euch morgen besser frei. Also liebe Schüler, in der ersten Woche passiert Freitags eh nie was wichtiges. Studenten und Künstlervolk, ihr habt Freitag sowieso immer frei („Weswegen heißt das sonst Freitag?“). Kommt alle noch einmal vorbei. Zeigt LUCIANO, dass München auf der Weltkarte elektronischer Musik ein gülden leuchtender Fleck ist, dass sich hier doch feiern lässt, wie sonst nirgens. Auf dass er in der Folge zwei mal im Jahr vorbeischaut...
Infos unter:
www.myspace.com/luciennluciano
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Kommentare
war natürlich ein superschöner abend mit perfekter musik!
aber.... ;D
Man scheiß die wand an was für ein geiler Abend.!!!!!


























