Whip it good
Beschreibung:
Wer aus welchen Gründen auch immer im vergangenen Jahr sein Minialbum „The Early Learnings Of Eugene McGuinness“ verpasste, wird ab sofort keine Ausrede mehr haben. Denn nun erscheint das selbst betitelte Debütalbum des 22-jährigen Eugene McGuinness – ein Riesentalent, das sich darin gefällt, munter durch die Musikgenres zu kreuzen.
Mit fröhlicher Ungebundenheit und einem leicht säuerlichen Sinn für Humor navigiert der Engländer auf „Eugene McGuinness“ entlang der Stilgrenzen. Mit jedem Ton sind die Fortschritte seit „The Early Learnings …“ zu hören, eine Tatsache, die Eugene an der Art festmacht, wie diese Platte im Studio entstanden ist. „,Early Learnings‘ war gut, und es hat mir Spaß gemacht, zum ersten Mal im Studio mit all den Spielzeugen und blinkenden Lichtern zu sein“, meint McGuinness. „Aber auf diesem Album arbeitete ich mit anderen Musikern zusammen, und es entwickelte sich das von mir erhoffte Bandgefühl (…) So bekam alles ein wenig mehr Charakter.“
Welchen Charakter „Eugene McGuinness“ genau hat, ist allerdings nicht so leicht festzumachen. Im Laufe der 37 Albumminuten streift Eugene alle möglichen Stile: vom Post-Punk-beeinflussten Sturm und Drang („Fonz“) über poppigen Skiffle-Beat („Rings Around Rosa“) bis hin zur entwaffnend schönen 30er-Jahre-Ballade „Those Old Black And White Movies“. Doch der Eklektizismus ist gewollt und hat sogar Methode.
„Viele Songs wie ,Black And White Movies‘, ,Knock Down Ginger‘ and ,God In Space‘ sind einfach melancholisch, andere klingen nach The Pogues oder The Kinks. Ich möchte lieber für meine Unbeständigkeit bekannt werden, als für eine ewig gleiche Leier. Darum habe ich auf dem Album viele verschiedene Dinge mit einfließen lassen.“
Was seine Herkunft angeht, sieht sich Eugene McGuinness als „dreiköpfiges Monster“: London, Liverpool, Irland. Sound- oder Szenezuschreibungen sind da quasi unmöglich, und „Eugene McGuinness“ tut alles, damit das auch so bleibt. Das Album changiert ungeniert von blauäugiger Romantik zu liebeslüsternen, doppelzüngigen Versprechungen, die authentisch klingenden Geschichten sind größtenteils erfunden, der Sound ist ausufernd bis zärtlich. Die Platte ist eine Quadratur des Kreises und bildet dennoch ein perfektes Ganzes. Sie ist herrlich altmodisch, dabei aber durch und durch modern. Auch wenn man nicht weiß, was als Nächstes passieren wird – allein das Raten ist schon der halbe Spaß.
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